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Veganer Braten statt „Martinsgans“

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Vegan statt arm: Aktuell häufen sich die Meldungen, dass der Gänsebraten für die klassische Martinsgans am 11.11. dieses Jahr sehr teuer wird – Branchenkenner gehen von bis zu doppelt so hohen Preisen wie in den Vorjahren je tote Gans aus: So kostet eine deutsche Gans aus der herkömmlichen Haltung derzeit etwa 64 Euro, was einem Kilopreis von fast 20 Euro entspricht. Gaspreissteigerungen, Inflation und die Nachwirkungen der Coronapandemie sind dafür die Gründe. PETA weist in diesem Kontext darauf hin, dass ein veganes Festtagsessen deutlich günstiger ist und gleichzeitig Tierleid verhindert.

Als Alternativen schlägt die Tierrechtsorganisation vor, vegane Geflügelfilets zu verwenden – die durchschnittlich vier Euro pro Kilo günstiger zu haben sind – oder einen veganen Festtagsbraten aus Bohnen und Süßkartoffeln, einen Linsenbraten oder sogar eine vegane Foie gras zuzubereiten – und so den eigenen Geldbeutel und gleichzeitig Tiere zu schützen.

Veganer Festtagsbraten
Veganer Festtagsbraten

Veganer Festtagsbraten


Zutaten:

 

  • 1 Dose Cannellini Bohnen

  • 1 mittelgroße Süßkartoffel

  • 1 kleine rote Zwiebel

  • 1 Stange Sellerie

  • 1 Möhre

  • 2 Knoblauchzehen, gehackt

  • 200 g Tofu

  • 1 EL Tamarindsoße (glutenfrei)

  • 2 EL Senf, mittelscharf

  • 1/3 Bund frische Petersilie

  • 1 EL getrockneter Rosmarin

  • 1 TL Salz

  • 1 TL Paprikapulver

  • 1/3 Tasse Walnüsse, gehackt

  • 1/2 Tasse Haferflocken

  • 1 EL Kokosöl

 

Zubereitung:

 

  1. Waschen Sie die Süßkartoffel und schneiden Sie diese in 2 cm dicke Scheiben. Backen Sie sie im Ofen bei 180 Grad Celsius für 40 Minuten.

  2. In der Zwischenzeit: Schneiden Sie Zwiebel, Sellerie und Möhre möglichst klein und geben Sie sie dann in den Mixer oder eine Allzweck-Küchenmaschine, um das Gemüse fein zu hacken.

  3. Erhitzen Sie das Kokosöl in einer beschichteten Pfanne und geben Sie das Gemüse und den Knoblauch hinzu. Kochen Sie diese Zutaten für 10 Minuten unter ständigem Rühren. Fügen Sie ein wenig Wasser hinzu, wenn es zu trocken werden sollte. Sobald das Gemüse weich gekocht ist, geben Sie die Bohnen hinzu und vermengen Sie alles gut.

  4. Geben Sie die gebackene Süßkartoffel zusammen mit Tofu, Tamarindsoße, Kräutern und Gewürzen in den Mixer und verarbeiten Sie alles zu einem glatten Teig. Fügen Sie die Nüsse hinzu und mixen Sie nochmals für 30 Sekunden.

  5. Geben Sie den Teig nun in eine große Schüssel und mischen Sie die Haferflocken und das gekochte Gemüse unter.

  6. Heizen Sie den Ofen auf 180 Grad Celsius vor. Geben Sie die Mischung in eine mit Backpapier ausgelegte Sandkuchenform – alternativ können Sie auch eine längliche Auflaufform nutzen. Backen Sie den Festtagsbraten für 35 Minuten oder bis goldbraun.

  7. Lassen Sie den Braten kurz auskühlen, bevor Sie ihn anschneiden und mit Ihrer Lieblingssoße servieren.

 



Linsenbraten

Linsenbraten; Fotocredit: www.photo-sabinebraun.eu
Linsenbraten; Fotocredit: www.photo-sabinebraun.eu

Zutaten:

 

Für den Braten

 

  • 300 g Tellerlinsen

  • 1 Zwiebel

  • 1 große Karotte

  • 2 EL Sonnenblumenöl

  • 50 g Knödelbrot (oder klein geschnittene Brötchen)

  • 100 ml Hafer- oder Sojadrink

  • 100 g Walnüsse

  • 1 Bund Petersilie

  • 2 EL Soja- oder Buchweizenmehl

  • 1 TL Salz

  • Pfeffer

 

Für die Knödel

 

  • 500 g Knödelbrot (oder klein geschnittene Brötchen)

  • ½ l Haferdrink

  • 1 große Zwiebel

  • 50 g vegane Margarine

  • 1 Bund Petersilie

  • 2 EL Buchweizenmehl

  • 2 EL Sojamehl

  • 6 EL Wasser

 

Für den Rotkohl

 

  • 1 kleiner Rotkohl

  • 1 Zwiebel

  • 200 ml Rotwein oder Gemüsebrühe

  • 1 Glas Apfelmus

  • Salz

  • Pfeffer

 

Zubereitung:

 

  1. Linsen laut Packungsangabe garen. In der Zwischenzeit Zwiebel und Karotte schälen, in kleine Würfel schneiden und in Öl anbraten.

  2. Knödelbrot in Hafer- oder Sojadrink einweichen.

  3. Walnüsse grob zerkleinern und Petersilie klein schneiden. Linsen abgießen, etwas abkühlen lassen und mit Zwiebeln, Karotten, Buchweizen- oder Sojamehl und Salz pürieren. Danach Knödelbrot, Walnüsse und Petersilie untermischen.

  4. Eine Kastenform mit Backpapier auslegen und die Masse einfüllen. Ca. 1 Std. im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad garen. Am besten gelingt der Braten, wenn man ihn einen Tag vorher zubereitet und im Kühlschrank durchkühlen lässt.

  5. Knödelbrot mit Haferdrink übergießen.

  6. Zwiebel fein würfeln und in Margarine glasig werden lassen. Kurz abkühlen lassen und unterrühren.

  7. Petersilie waschen, abtropfen lassen und fein hacken. Mit dem Mehl dazugeben und alles (am besten mit den Händen) vermengen.

  8. Mehl mit Wasser verrühren, dazugießen und Masse gründlich kneten. Einen Probeknödel formen und in kochendem Salzwasser ca. 10 Min. ziehen lassen. Sollte der Knödel nicht zusammenhalten, noch etwas Soja- oder Buchweizenmehl untermischen. Die Knödelmasse anschließend zügig verarbeiten und nicht stehen lassen, da die Knödel sonst nicht mehr so gut zusammenhalten.

  9. Rotkohl vierteln, Strunk entfernen und in Streifen schneiden. Zwiebel fein würfeln und glasig anschwitzen. Rotkohl dazugeben und mit anbraten. Mit Rotwein oder Gemüsebrühe ablöschen und mit Apfelmus auffüllen.

  10. Den Rotkohl mit geschlossenem Deckel und bei  wenig Hitze ca. 30 Min. köcheln lassen. Anschließend mit Salz und Pfeffer abschmecken.

  11. Den Braten in Scheiben schneiden, kurz auf beiden Seiten anbraten und mit Knödeln und Rotkohl servieren.



„Gänse leiden enorm in der Mast. Sie werden in viel zu großen Gruppen ohne natürlichen Familienverbund gehalten. Außerdem werden ihnen fast immer Wasserflächen vorenthalten, obwohl sie normalerweise ihr Leben am und im Wasser verbringen würden“, so Bettina Eick, Biologin und Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Es gibt so viele pflanzliche Gerichte wie Linsenbraten oder vegane Foie gras, die lecker sind und für die kein Tier leiden und sterben musste – und günstiger sind sie noch dazu!“

Hintergrundinformationen:

In den Mastbetrieben, aus denen auch die sogenannte Martinsgans kommt, werden die Tiere wie Produkte behandelt. In solchen Betrieben sollen die Vögel möglichst schnell an Gewicht zulegen, um mit ihnen den größtmöglichen Profit zu machen. Die Zucht auf einen hohen Fleischansatz kann bei den Gänsen zu schmerzhaften Knochenverformungen und Kreislauferkrankungen führen. Hinzu kommt die Haltung in großen Gruppen ohne den natürlichen Familienverbund. Familiengründung und Partnerschaft wird den sozialen Vögeln genauso verwehrt wie Bademöglichkeiten. Dabei verbringen Gänse den Großteil des Lebens im oder am Wasser, in der Zucht und Mast haben sie fast nie die Möglichkeit, zu schwimmen oder ihr Gefieder sauber zu halten. Stattdessen werden sie im matschigen Auslauf oder verkotetem Einstreu im engen Stall gehalten. Die artwidrige Haltung führt dazu, dass viele Gänse sterben, bevor sie zum Schlachthof transportiert werden: Gelenkentzündungen, Atemnot, Herzanfälle, gebrochene Beine oder sogar der vorzeitige Tod durch das Zertrampeln durch Artgenossen können die Folgen der Haltungsbedingungen in der Mast sein. Allen Gänsen wird nach einem meist qualvollen Leben und leidvollen Transport im Schlachthof die Kehle aufgeschlitzt. Die Tiere werden zur Betäubung entweder kopfüber an ihren empfindlichen Füßen aufgehängt und durch ein Strombad gezogen oder aber bei der CO2-Betäubung mit dem Gas Kohlenstoffdioxid sediert, das stark auf den Schleimhäuten brennt und zu schweren Erstickungserscheinungen führen kann. Danach wird den Gänsen die Kehle zum Ausbluten durchtrennt. Es kommt immer wieder vor, dass eine vollständige Betäubung ausbleibt, sodass die Gänse während des Ausblutens bei Bewusstsein sind und furchtbare Schmerzen erleiden.