Die Aeronauten stellen Heinz vor

Am 9. Oktober erscheint Heinz auf Rookie Records. Heinz, der zehnte oder elfte Longplayer der Schweizer (die Band kann sich an dieser Stelle partout nicht einigen), ist schlicht und ergreifend ein Hit-Album. Ja, sicher, es ist unser Job als Label so etwas zu schreiben. Aber wenn es nun mal stimmt? Die Aeronauten haben sich – sicherlich geplant, denn zufällig passiert bei diesem Haufen gar nichts – auf Chart-Hit-Single-Terrain begeben. Und das trotz des Einsatzes von Querflöten! Ihr habt Angst? Zu Recht.

Mit Heinz ist den Aeronauten eine „literarische Discoplatte", O-Ton der Band, geglückt. Es sind genau die musikalischen No-Gos – sucht und findet gern selbst! –, die die Aeronauten immer wieder frisch und lebendig machen. Dass es hier nicht nur um Musik geht, Spaß und Reflektion eine seltene Verbindung eingehen, zeichnet die Band schon immer aus. In diesem Ausmaß ging uns der Aeronauten-Sound selten in die Beine; schickt uns „Mittelland“ mit Rhythm & Blues-Bläsern auf neue Umlaufbahnen, reckt der Labelboss zu „Jeder ist eine Insel“ gar regelmäßig beide Arme in die Höhe und wähnt sich wohl auf besagter Insel. Unter beinah pogoesken Zügen mit „Ottos kleine Hardcore Band“ kommen wir „Blind“ zum Finale wieder zu Luft und über allem hängen dunkle funky Wolken.
Drei instrumentale Stücke, „Ghost Detective“, „Nakajima Island Horror“  und „Blind“, bieten Die Aeronauten zudem für das Kopfkino in Eigenproduktion an. Oder fast in Eigenproduktion, denn zu „Nakajima Island Horror wird der Plot im Booklet mitgeliefert. Und wenn gentechnisch veränderte Auberginen und Fugo Fische Japan angreifen, sollte man die Lage keinesfalls unterschätzen!  – Lassen wir den Aeronauten das vorletzte und letzte Wort:

„Heinz handelt vom aufregenden Normalen und von den normalen Aufregern. Die Gegend zwischen Zürich und Bern nennt man „Mittelland“ und die größte Sünde ist es dort, irgendetwas zu übertreiben. Trotzdem ist dieses Mittelland bevölkert mit Heinzen, Erichs und Herr Bärs. Und damit man nicht selber verrückt wird, spielt am Samstag irgendwo Ottos kleine Hardcore Band. Am Ende ist jeder aber doch nur eine Insel. Und dann dockt Kampfstern Galactica an, Die Aeronauten steigen aus und retten die Welt. Vielleicht sogar dich. ‒ Schaffhausen ist überall.“

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