Gesetzesverstöße und Hygienemängel im Schlachthof

Schlachthof Landshut 2016  Bild: BR Recherche
Schlachthof Landshut 2016 Bild: BR Recherche

Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks (BR) und der "Süddeutschen Zeitung" verstoßen 20 bayerische Schlachtbetriebe für Schweine gegen das Tierschutzgesetz. Die Missstände bei der Betäubung der Tiere habe eine Doktorarbeit vom März 2016 aufgedeckt; diese liege den Medien vor, teilte der BR mit.

So hat einer der größten bayerischen Schlachthöfe in Landshut jahrelang immer wieder gegen Vorschriften und Gesetze in den Bereichen Arbeitsrecht, Tierschutz und Hygiene verstoßen. Die Behörden waren informiert bis hin zum Verbraucherschutzministerium. Ein Sprecher erklärte auf Nachfrage, es habe bereits im Frühjahr einen Aktenvermerk über die Verstöße im Landshuter Schlachthof gegeben.

Auf Fotos aus dem Inneren des Gebäudes sind braune Tierchen mit sechs Beinen zu sehen: Kakerlaken krabbeln über Edelstahlplatten, strecken die Fühler nach einer Rohrleitung aus. Ein anderes Bild zeigt ein ganzes Nest der Tiere: Versteckt hinter einem Lichtschalter wächst der Nachwuchs heran. Über Jahre hinweg attestierten die Kontrollbehörden dem Betrieb ein Schädlingsproblem. Der Befall ist hinlänglich dokumentiert - genau wie weitere Hygieneverstöße, die aus BR und SZ vorliegenden Unterlagen hervorgehen: etwa fehlende oder defekte Waschbecken, grüner Belag an der Decke, Zigarettenkippen und Baustaub.
Doch nicht nur das. Auch im Bereich Tierschutz gab es Mängel. Für die Jahre 2008 bis 2016 belegen Unterlagen, die dem BR und der SZ vorliegen: Immer wieder sind Schweine nur unzureichend betäubt oder unzureichend ausgeblutet worden. Das bedeutet: Es ist nicht auszuschließen, dass diese Schweine ihr Bewusstsein wiedererlangt haben und lebend verbrüht wurden.
(Quelle: http://www.br.de/nachrichten/schlachthof-landshut-gesetzesverstoesse-hygienemaengel-100.html)

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