JEFF ROSENSTOCK sagt Worry.

JEFF ROSENSTOCK
JEFF ROSENSTOCK

Jeff Rosenstock ist vieles auf einmal. Ein Anarchopunk mit Ska im Herzen. Ein gefühlvoller Indie-Songwriter. Ein moderner Poet, der spielerisch zwischen komplexen Metaphern und beinahe schmerzhaft klaren Aussagen hin- und her hüpft. Vor allem aber ist Rosenstock ein absolutes Phänomen, der in der Punk-Szene einen nahezu unantastbaren Ruf genießt. Mit seinem zweiten Soloalbum „Worry.“ bastelt der umtriebige Musiker fleißig weiter am Mythos des unberechenbaren, aber immer mitreißenden Künstlers, der im Zweifelsfall immer die richtige Message über das Einhalten stumpfer Genregrenzen stellt.

Natürlich gibt es straight nach vorne polternde Doubletime-Punk-Songs wie „Planet Luxury“ oder den Throwback-Ska-Track „Rainbow“. Dass der Musiker allerdings zu weit mehr fähig ist, beweisen beispielsweise Songs wie „The Fuzz“; der Weirdo-Orgel-Sound würde auch gut in das Repertoire der schrägen Indierocker AJJ passen. „Pash Rash“ hingegen lässt mit seinen Handclaps, Sampler-Einsprengseln und Beach-Boys-Harmonien die Sonne aufgehen, „To Be A Ghost…“ steigert sich vom sparsam instrumentierten Akustik-Track, der von zarter Synthie-Untermalung und Rosenstocks gleichsam brüchigen wie markanten Stimme lebt, zur schunkelnden Folk-Punk-Hymne im Stil von Fake Problems, und „Pietro, 60 Years Old“ ist ein gelungener Exkurs in flächigem Synthesizer-Sound und choralartigen Background-Gesängen.

Worry.
Worry.

Bei aller stilistischen Bandbreite liegt Rosenstocks zweitem Album aber ein gemeinsamer Nenner zu Grunde: der ungebrochene Punk-Spirit und die dazugehörigen Ideale, die Rosenstock zusammen mit jeder Menge Herzblut in seine ebenso direkt verständlichen wie komplex strukturierten Alltagsgeschichten über Beziehungen, die Unzufriedenheit mit dem Status quo und bessere Zeiten gießt. Obwohl „Worry.“ konstant am offenen Herzen operiert: die titelgebenden Sorgen muss man sich zumindest um die Zukunft von Jeff Rosenstock definitiv nicht machen.

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