Lücke zwischen Arm und Reich wird größer

Oxfam-Studie
Oxfam-Studie

Acht Milliardäre – alles Männer – besitzen genauso viel Vermögen wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung: Das Ergebnis der aktuellen Recherchen macht klar, wie unvorstellbar weit die Lücke zwischen Arm und Reich inzwischen auseinanderklafft.

Jedes Jahr analysiert Oxfam die Statistiken zur weltweiten Vermögensverteilung. Die neuesten Erhebungen hast Oxfam zum Auftakt des Weltwirtschaftsforums in Davos in ihrem Bericht „An Economy for the 99 Percent“ veröffentlicht. Das Ergebnis:
Die acht reichsten Männer der Welt besaßen im Jahr 2016 zusammen 426 Milliarden US-Dollar; die ärmeren 3,6 Milliarden Menschen brachten es auf 409 Milliarden US-Dollar. Damit besitzt die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung noch viel weniger, als wir bisher annahmen.
 
Die Konzentration von Reichtum in den Händen weniger nimmt ständig zu, während Hunderttausende nicht genug zu essen haben und Milliarden Menschen mehr schlecht als recht leben. Das hängt eng auch mit der Macht internationaler Konzerne zusammen: Sie verschieben ihre Gewinne in Steueroasen und treiben Staaten in einen ruinösen Wettlauf um Niedrigsteuersätze. Die Verlierer sind wir alle! Am stärksten trifft es die Menschen in armen Ländern. Durch Steuervermeidung fehlen diesen Staaten derzeit mindestens 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr.
 
Wir wünschen uns eine Gesellschaft, in der Schulbesuch, ärztliche Versorgung und ein würdevolles Leben keine Privilegien sind. Doch durch die Steuertricks der Unternehmen fehlt vielen Regierungen Geld für Bildung, Gesundheit und soziale Sicherheit. Das ist besonders hart für diejenigen, die ohnehin schon wenig haben – überall auf der Welt.
 
Oxfam fordert von Angela Merkel und Sigmar Gabriel, dass

  • ein weltweiter Mindeststeuersatz für Konzerne eingeführt wird;
  • Steueroasen abgeschafft werden;
  • Konzerne offenlegen müssen, wo und in welcher Höhe sie Steuern zahlen.

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