HOUSE - Willkommen in der Hölle

HOUSE - Willkommen in der Hölle DVD
HOUSE - Willkommen in der Hölle DVD

HOUSE - Willkommen in der Hölle DVD
Originaltitel: Huset; Norwegen 2016
Laufzeit: ca. 88 Min.
FSK: FSK16 (ungeschnittene Fassung)
Extras: Trailer, Hinter den Kulissen
Info: Norwegen, Winter 1942: Zwei deutsche Soldaten versuchen mit einem verletzten norwegischen Gefangenen ihre Einheit zu erreichen. Im verschneiten Wald kommen sie vom Weg ab, kurz vor Einbruch der Dunkelheit entdecken sie ein verlassenes Haus. Doch die Freude über die Zuflucht währt nicht lange. In dem Haus gehen seltsame Dinge vor. Eine dämonische Kraft ist zu spüren, Gegenstände bewegen sich wie von selbst, geheimnisvolle Geräusche sind zu hören und grausame Visionen manifestieren sich im Dunkeln. Die Männer packt eine eisige Furcht - etwas Grauenvolles muss hier passiert sein und bald erkennen die Soldaten, dass es aus diesem Alptraum kein Entkommen gibt.

Gesamteindruck:

Der Regisseur lässt die ZuschauerInnen lange im Unklaren, was der Grund für die mysteriösen Vorgänge im "huset" sind. Gleich zu anfangs frage ich mich, was die drei Personen (2 Nazis, ein norwegischer Landsmann) zusammengebracht hat, welches Schicksal sie ereilt hat. Nun, für den Erzählstrang war es Reinert Kiil offensichtlich nicht wichtig, denn schließlich erzeugt er ein Kammerspiel, denn die hauptsächlichen und wichtigsten Szenen finden im Haus statt. Hier bedient er sich gängigen Horror- und Mystery-Klischees. Flackerndes Kerzenlicht, klappernde Türen, schemenhafte Umrisse, spärliches Licht. Die anfänglichen individuelle Visionen der Protagonisten lassen erahnen, dass es dem Regisseur vor allem darum geht, eigene Ängste und das schlechte Gewissen mit real wirkenden Personen bildhaft darzustellen und zu personifizieren. Doch leider bleibt vor allem Mats Reinhardt in der Rolle des Ober-Leutnants ruhig und emotionslos, zeigt weder Reue, Angst, aggressives Verhalten oder  gerät in Panik, was angesichts der merkwürdigen, mysteriösen Ereignisse, die sich im Haus ereignen, unrealistisch erscheinen. Ein weiteres Manko ist die eigentliche Ursache des Horrors in den Vordergrund zu stellen. Denn offensichtlich hat das Haus eine Vergangenheit, und die wird eher vage angedeutet und leider nicht größer thematisiert. So ist es den ZuschauerInnen überlassen, aus diesen vielen Andeutungen eigene Vermutungen anzustellen und darüber zu rätseln, ob der Exorzismus der Grund dafür ist, dass sich das Böse im Haus lauert und über Jahrzehnte hinweg immer wieder Menschen ins Haus lockt, um...zu leiden, was Runes Familie angetan wurde? Aber was genau, das bleibt im Dunkeln verborgen.
Das Cover suggeriert atmosphärische und gruselige Spannung im Stile von Paranormal Activity und Dead Snow. Für mich war es ein unausgegorenes Kammerspiel mit einer beeindruckenden Filmmusik, die den eigentlichen Grusel verstärkt und der (un)heimliche Gewinner ist.
Ansonsten lässt uns der Regisseur zu oft im Unklaren, was er bezweckt und beabsichtigt und lässt viele Fragen offen, die selbst im starken letzten Drittel nicht vollends beantwortet werden.

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