Hold Your Ground PRT II

Hold Your Ground PRT II
Hold Your Ground PRT II

Seit 1988 gehört das Core Tex zu Kreuzberg. Nicht nur als Plattenladen, sondern als aktiver Teil des SO36-Kiezes steht das Core Tex von Beginn an für eine aktive Subkultur und gegenseitigen Respekt im Viertel.

In den letzten 29 Jahren hat das Core Tex immer wieder Stellung bezogen. Auch wenn die Herausforderungen und Krisen der Zeit sich verändert haben, engagierte sich das Core Tex gemeinsam mit anderen Läden und Clubs des Kiezes immer wieder für Menschen und gegen soziale Missstände.

Auch der 1. Mai war mit dem MyFest eine Möglichkeit, ein Zeichen zu setzen und füreinander einzustehen. Dass der Veranstaltung in diesem Jahr wieder der Status einer politischen Versammlung zugestanden wurde, begrüßt das Core Tex und unterstreicht dies mit dem diesjährigen Motto „Hold Your Ground“. Unter diesem Motto haben sich  Läden und Clubs der Oranienstraße zu einem Bühnenkollektiv zusammengeschlossen, um ein Zeichen gegen Verfolgung und für Respekt untereinander zu setzen.

 

Eigenaussage:
"Das Motto „Hold Your Ground“ steht auch für das Engagement des Core Tex. Statt „No Future“ zu schreien, stehen wir ein für unseren Kiez und unsere Werte. Statt aufzugeben und zu resignieren verteidigen wir unsere Freiräume, die hier erkämpft und erarbeitet wurden. Wir lassen uns Kreuzberg nicht wegnehmen – weder durch parteipolitische Stellvertreterkämpfe, noch von kriminellen Strukturen wie Spekulanten und Multi-Konzernen, die sich mehr und mehr auch in Kreuzberg festzusetzen versuchen.
Vermeintliche Autoritäten und Regeln zu hinterfragen bedeutet dabei nie, diese pauschal abzulehnen. Nicht nur die Geschehnisse rund um den 1. Mai haben gezeigt, dass ein konstruktiver Dialog mit klaren Standpunkten zu besseren Lösungen führt, als blanke Konfrontation.
„Hold Your Ground“ bedeutet mehr als nur Zusammenstehen. Es bedeutet auch, unbequem zu sein und sich nicht der Mehrheitsmeinung unterzuordnen. So wird es 2017 neben lokalen Bands und Künstlern auch einen großen politischen Beitrag geben. Wir setzen uns mit der Frage auseinander, wie genau sich Kunst und Kultur, zu der wir Musik in jedem Fall dazuzählen, gegen soziale Missstände und gesellschaftliche Fehlentwicklungen wehren und Stellung beziehen kann.
Wie auch letztes Jahr haben wir wieder Gastbeiträge und Infostände an der Core Tex Bühne.
Die Hardcore Help Foundation ist erneut mit von der Partie und wird somit zum festen Bestandteil der Core Tex Bühne. Sie werden sich unserem Publikum vorstellen und von ihrer Arbeit im In-und-Ausland erzählen. Wer 2016 am Start war, wird somit hören wie es z. B.  innerhalb von nur 12 Monaten in Kenia weitergegangen ist.

Unser derzeitiges Hauptthema findet allerdings (leider!) direkt vor unserer Haustür statt: GENTRIFIZIERUNG und VERDRÄNGUNG.

Eingeladen dazu sind alle Musiker der über 10 - meist lokalen, oder zugezogenen :) Künstler- , ganz unabhängig von ihren musikalischen Darbietungen darüber zu berichten, was sich in den letzten Jahren in ihrem Schaffens-  und Arbeitsraum verändert hat.

Die Kreuzberger Hardcore Band United & Strong hatte vor einigen Jahren eine ganze CD zu dem Thema veröffentlicht, dass es seit dem Release von "Coma City" noch viel schlechter um den geliebten Kiez steht sehen sie jetzt.

Zitat von Flo:
Es sind nicht die spanischen Touristen oder wohnungskaufende Schwaben, keine Schwedischen Kapitalspekulanten oder Burgerläden, die Berlin das Messer an den Hals legen.

Gentrifizierung wurde schon immer von der Politik hingenommen und gepusht: Das Säubern der Stadt, die Vertreibung der Unter- und Mittelschicht in die Randgebiete, das Schließen von Clubs und Kultureinrichtungen. Als wir 2011 "Coma City" aufnahmen, dachten wir, schlimmer kann es nicht werden. Wie sehr wir uns damals irrten, sehen wir heute jeden Tag.
Zusätzlich haben wir Bizim-Kiez (Unser Kiez) eingeladen. Sie sind eine Kreuzberger Institution und haben gerade in den letzten Monaten einige kleine und große Erfolge verbuchen können. Aber das war nur der Anfang. Sie werden von ihrer Arbeit berichten und darüber informieren, dass wir eng zusammenstehen müssen.  Dass die Zeit JETZT (!) gekommen ist, sich zu organisieren. Kreuzberg 36 ist nicht mehr das kleine gallische Dorf aus den Achtziger Jahren, dass sich gegen die herrschende Klasse und die aufgezwungenen Authoritäten stellt - kann es aber wieder werden.

In diesem Sinne, laut gegen Verdrängung! Take a stand and
Hold Your Ground!"

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