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Mudhoney - 10. Album

Mudhoney
Mudhoney

Am 28. September veröffentlicht die beliebte PNW Rock’n‘Roll Institution MUDHONEY „Digital Garbage“, das zehnte Album der Band in 30 Jahren, eine mit Stacheldraht besetzte Sammlung von musikalischen Wurfgeschossen. Passend zur Ankündigung offerieren MUDHONEY mit „Paranoid Core“ bereits den ersten Track.

Seit den späten 80er Jahren ist MUDHONEY - das in Seattle beheimatete Quartett, dessen rustikale Version von Rock mit schrägem Humor durchsetzt ist - ein High-End-Tonikum gegen das Lächerliche und das Fadenscheinige.
Dreißig Jahre später erlebt die Welt für beide Ideale einen besonderen Hochwassermoment. Und gerade noch rechtzeitig sind Sänger Mark Arm, Gitarrist Steve Turner, Bassist Guy Maddison und Schlagzeuger Dan Peters mit „Digital Garbage“ zurück. Mark Arms rohes „Yawp“ und die langgezogene Chemie seiner Bandkollegen machen „Digital Garbage“ zu einem idealen Ablassventil für den Schnellkochtopf 2018, dessen eindringliche Rhythmen und Arms sardonische Texte einen Zerrspiegel für den immer lächerlicheren Nachrichtenzyklus bieten. „Mein Sinn für Humor ist dunkel, und das sind dunkle Zeiten,“ sagt Arm. „Ich nehme an, es wird immer dunkler.“

Der Titel des Albums, „Digital Garbage“, stammt aus dem Outro vom Track „Kill Yourself Live", das von einem aufgepeppten Orgel-Solo zu einem trostlosen Blick auf die Art und Weise, wie Bekanntheit viral wird, übergeht. „Ich bin nicht auf Social Media, also ist meine Erfahrung etwas begrenzt,“ sagt Arm. „Aber die Leute scheinen wirklich Bestätigung in der Art zu finden - und dann gibt es Facebook Live, wo Leute Folter und Mord gestreamt haben, oder, im Fall von Philando Castile, von einem Polizisten ermordet wurden. Während des Schreibens dieses Liedes habe ich darüber nachgedacht, wie man, wenn man einmal etwas online gestellt hat, es nicht mehr wegwischen kann. Es wird immer da sein - auch wenn es niemand ausgräbt, es schwebt immer noch irgendwo da draußen“, konstatiert Mark.
Passend dazu schweben Teile der jüngsten Nachrichtenereignisse durch die Platte – „Please Mr. Gunman“, auf der Arm über die rasende Einlage seiner Bandkollegen brüllt: „We'd rather die in church!“ -  wurde von der idiotischen Reaktion eines Fernseh-Nachrichten-Sprechers auf eine Schießerei in einer Kirche 2017 inspiriert, während der ominöse Refrain, der den unterkühlten Blues von „Next Mass Extinction“ einleitet, an die Zusammenstöße des letzten Sommers in Charlottesville erinnert, obwohl Arms brutale Darbietung hilft, sie in eine Anklage zu verwandeln. Mark ging auch zurück in die Vor-MUDHONEY-Ära für die titelgebende Beleidigung von „Hey Neanderfuck“. „National Lampoon machte in den 70ern mehrere Comedy-Platten, und in einem Sketch wird jemand Neanderfuck genannt,“ lacht Arm. „Ich habe diese Beleidigung immer geliebt und mich gefragt, warum sie nie Teil des amerikanischen Lexikons wurde - sie ist so brutal. Es war höchste Zeit, das zu benutzen.“

Paranoid Core
Paranoid Core

Der Kernsound von MUDHONEY- stabil klopfendes Schlagzeug, sumpfiger Bass, stürmisches Gitarrenflattern, Arms chemisch-brodelnde Stimme - findet sich auch auf „Digital Garbage“, das die Band mit dem langjährigen Mitarbeiter (und Pianisten) Johnny Sangster im Seattle Studio Litho aufgenommen hat. „Digital Garbage“ schließt mit „Oh Yeah“, einer kurzen Party zum Skateboarden, Surfen, Biken und der Freude an diesen Fluchtventilen. „Ich hätte wirklich gerne Songs darüber geschrieben, wie man einfach am Strand rumhängt und einen schönen Urlaub macht,“ sagt Arm. „Aber, weißt du, das macht wahrscheinlich keinen tollen Rock aus.“
MUDHONEY wissen jedoch genau, was großen Rock ausmacht - und die Riffs und die Wut von „Digital Garbage“ werden den Test der Zeit bestehen, auch wenn die Einzelheiten verblassen. „Ich habe versucht, die Dinge etwas universell zu halten, so dass dieses Album nicht nur so aussieht, als würde etwas von dem Zeug verschwinden,“ lacht Arm. „Du willst in Zukunft nicht mehr sagen: 'Hey, diese Texte sind immer noch relevant. Großartig!'“

EU-Tour:

11.11. NL-Utrecht, Le Guess Who Festival
12.11. NL-Groningen, Vera
13.11. Berlin, Festsaal Kreuzberg
14.11. Hamburg, Fabrik
15.11. Köln, Gebäude 9
16.11. CH-Luzern, Schuur
17.11. CH-Vevey, Rocking Chair
19.11. Frankfurt, Zoom Club
20.11. München, Strom
21.11. I-Bologna, Locomotiv
22.11. I-Rom, Largo
23.11. I-Mailand, Santeria Social Club
24.11. HRO-Zagreb, Mochvara
25.11 A-Wien , Arena Big Hall
27.11. F-Paris, Le Trabendo &
28.11. UK-Brighton, Concorde 2
29.11. UK-London, Electric Ballroom
30.11. UK-Leeds, Leeds Beckett University
01.12. UK-Glasgow, Lukes Church

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