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OAKHANDS - The Shadow of Your Guard Receding

OAKHANDS
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Bei Oakhands ging es schon immer um mehr als die Musik: Bereits die erste EP Age of Swans (2016, Uncle M) wurde von einem Kurzfilm begleitet, der die Dualität der Gegensätze der Songs auf kunstvolle Art & Weise anschaulich machte. Beim Hören und dem Live erleben der Münchener Gruppe war schon früh klar, dass Oakhands immer all ihre Gefühle im Gepäck haben.

Mehrere Touren durch Europa später treiben sie mit ihrem Debütalbum „The Shadow of Your Guard Receeding“ (April/Mai) diesen Ansatz nun auf die Spitze: Das Konzeptalbum lotet die unentdeckten Facetten der menschlichen Psyche und der Emotionen aus. Die dazugehörige Video-Serie mit 6 Videos ergänzt und visualisiert das Konzept auf drei verschiedenen thematischen Ebenen. Musikalisch liegt das irgendwo zwischen ihren Post-Hardcore, Emo & Indie.

Im Songwriting & der Ästhetik sind sie eher artsy & stilisiert als rough & rotzig. „Sturm & Drang“ trifft den Nagel auf den Kopf - im wahrsten Sinne der Worte, denn die Musik stürmt und drängt nach vorne und auch die jungen Literar:innen der gleichnamigen Epoche stellten ihre all Emotionen in den Mittelpunkt. Die komplexe Sprache & Metaphorik mag zunächst rätselhaft erscheinen, im Zentrum entpuppen sich aber schon bald eindeutige Konflikte des lyrischen Ichs mit Themen wie Familie, Isolationismus, Mental Health, Maskulinität, social anxiety und der eigenen Person.

OAKHANDS - The Shadow of Your Guard Receding
OAKHANDS - The Shadow of Your Guard Receding

So "verkopft" einem der theoretische Ansatz vorkommen mag, so simpel ist die Umsetzung: Ohne abstrakte Konzepte und große Gesten ziehen sie Live direkt nach Vorne - kennen keine Bühnengrenzen oder Frontalshows. Im Kreis spielen sie zueinander und Füreinander, die Spannung der Musik zwischen den Gegensätzen rauschender Euphorie und Introspektion ist für Band und Publikum gleichermaßen spürbar. Kein Konzert bleibt je reine Routinearbeit und kein Publikum dabei anonyme Masse, wenn Oakhands all ihre Emotionen offenlegen und sich dabei tief in ihren eigenen Gefühlskosmos blicken lassen.

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