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JUNGER „Lass uns einfach existieren“

Fotocredit: Guenter Mayer
Fotocredit: Guenter Mayer

Wer sehnt sich in diesen fordernden Zeiten nicht danach, belastende Gedanken durch pure Lebensfreude zu ersetzen, einfach mal wieder nur zu existieren und sich wild dem Augenblick hinzugeben?

„Die dunklen Zeiten sind vorbei für dich…“, verspricht Sänger Hans-Peter Junger gleich in der ersten Zeile und man möchte es ihm einfach nur glauben.
Ein fensterloser Raum mit einem Sofa, zwei Stehlampen, die schwaches Licht bieten und jeder Menge musikalischem Equipment. Hans-Peter Junger zieht tief an seiner Zigarette und blickt unter seinen zerzausten Haaren hervor. Er spricht langsam, seine Worte wirken stets sorgfältig gewählt. „Im Walfischbauch fängt alles an“, sagt Junger, wenn er über seinen Kreativraum spricht. „Dort kann man, wie Jonas in der biblischen Geschichte man selbst sein und sich ganz auf sich konzentrieren. Alles was wir irgendwo aufgesaugt haben, bekommt da drinnen seine Form. Und am Ende wirst du dort wieder ausgespuckt, wo du hingehörst. Ob du das willst, oder nicht.“
Junger ist Sänger und kreativer Kopf der gleichnamigen Alternative-Rockband, die er vor einigen Jahren gemeinsam mit Albert Radlinger (Gitarre) und Andreas Mitterbuchner (Bass), welche schon seit Mitte der Neunziger zusammen spielten, gegründet hat und die später mit Florian Duft am Schlagzeug komplettiert wurde.

Die Vorleben der Bandmember aus dem hohen Norden Österreichs waren voll von Musik in verschiedenen Formationen und Genres, man zelebrierte Hardcore und Punk gleichermaßen wie Bluesrock oder erzählte düstere Liebesgeschichten als Singer-Songwriter. In den Regalen der Musiker stapeln sich verstaubte Musikkassetten, CDs und VHS-Videos vergangener Projekte, immer mit höchstem Einsatz aber auch letzter Kohle realisiert. Dokumente jahrelangem Hoffens und Scheiterns, jedoch niemals der Kapitulation.
Als JUNGER sind sie dem Projektstatus endlich ein für alle Mal entwachsen. Der Sound wurde erdiger, die Gitarren bissiger, der Wind wurde rauer und das Licht düsterer und es schweißte sich endgültig ein solides Bandgefüge zusammen. „Warum JUNGER jetzt oder erst jetzt? JUNGER ist Ziel und Ergebnis einer langen Reise.


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