
LOTTA #99
64 DIN-A-4-Seiten; € 3,50.-
Lotta, Am Förderturm 27, 46049 Oberhausen
www.lotta-magazin.de
Die 99. Ausgabe des antifaschistischen Magazins LOTTA widmet sich unter dem Titel „Geschichtspolitiken der AfD“ der aktuellen politischen Stimmungslage in Deutschland. Die
Redaktion zeichnet das Bild eines gesellschaftlichen Klimas, das an historische Warnsignale erinnert und wesentlich durch die strategische Vorgehensweise der AfD geprägt wird. Im Mittelpunkt
steht deren geschichtspolitische Agenda, die auf Relativierung des Nationalsozialismus, gezielte Tabubrüche und eine bewusste Selbstinszenierung als oppositionelle Kraft abzielt.
Der thematische Schwerpunkt des Hefts arbeitet diese Entwicklungen systematisch heraus. Beleuchtet werden sowohl die programmatischen geschichtspolitischen Positionen der AfD als auch die
konkreten Auswirkungen ihres Handelns auf kommunaler Ebene. Dabei wird deutlich, wie rechte Akteure versuchen, lokale Initiativen, linke Projekte und erinnerungspolitische Arbeit zu beeinflussen
oder umzudeuten.
Einen wesentlichen Akzent setzt der Historiker Volker Weiß. Er zeigt auf, wie sich rechte Identitätspolitik und ihr Anspruch auf Deutungshoheit zurückweisen lassen. Zentral sei ein Verständnis
von Geschichte, das auf „Vielstimmigkeit“ beruht – ein pluraler, offener Umgang mit Vergangenheit, der den geschlossenen, eindeutigkeitsorientierten Narrativen der extremen Rechten entgegensteht
und deren Bestreben nach Homogenität und Exklusivität grundsätzlich unterläuft.
Gesamteindruck:
Die Beiträge ergänzen sich inhaltlich und bieten ein konsistentes Bild der aktuellen Herausforderungen, denen sich demokratische Akteurinnen und Akteure gegenübersehen. Insgesamt vermittelt die Ausgabe einen instruktiven, kritisch reflektierten und zugleich journalistisch soliden Überblick über die „kälter“ werdende gesellschaftliche Atmosphäre und die Notwendigkeit pluraler Erinnerungskultur.
