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THE DARTS - Midnight Creep

Seattles reine All-Grrl-Garage-Punk-Vixens The Darts starten ihren neuen Albumzyklus mit „Midnight Creep“, der ersten Vorab-Single aus ihrem kommenden LP Halloween Love Songs, das am 3. März erscheint. Die Single erscheint am Dienstag, den 13. Januar, bei Adrenalin Fix Music (EU) / Meow Hiss Music (US) und zeigt die Band tiefer eintauchend in jenes unheimlich-campige 60s-Trash-Universum, mit dem sie seit dem ersten Tag kokettiert.

Wenn du dir jemals gewünscht hast, die Back From the Grave-Compilations kämen mit eigenem Tanztrend daher, bist du hier genau richtig. The Darts haben das letzte Jahrzehnt damit verbracht, sich mit Farfisa-getriebenem Garage-Chaos einen Namen im globalen Underground zu machen – mit großen Europa-Tourneen, mehrfach ausverkauften Vinyl-Auflagen, Sessions bei KEXP, kultigen Festivalauftritten und Fans, die von Dave Vanian über Stephen King bis Jello Biafra reichen. Das aktuelle Line-up mit Nicole Laurenne (Gesang/Keys), Rebecca Davidson (Gitarre), Lindsay Scarey (Bass) und der zurückgekehrten Rikki Styxx (Drums) wirkt wie die fokussierteste, gefährlichste und zugleich freudig entfesseltste Version der Band bisher.

„Midnight Creep“ begann als überraschender Curveball, als Lindsay Nicole ein Demo mit dem Titel „Phantom Creep“ vorspielte. Nicole schrieb zu diesem Zeitpunkt bereits im Stillen an einem Halloween-Konzeptalbum und erkannte sofort die Chance, etwas anderes zu verfolgen: einen ehrlichen, „ghoulig“ angehauchten 60s-Monstertanz – als hätte man ihn in einer verwunschenen Shindig-Episode aufgenommen, gefilmt im nebelverhangenen Keller voller Nebelmaschinen und Pappmaché-Fledermäuse. Sie baute den Song zu einem geschmeidigen, orgelgetriebenen Ohrwurm um; Lindsay entwickelte eine simple, Go-Go-taugliche Choreografie – und plötzlich hatten The Darts einen Halloween-Hit, der sich zugleich brandneu und seltsam vertraut anfühlte.

Seit Monaten testen sie den Song live – von der Schweiz bis Cincinnati und überall dazwischen. Die Reaktion ist jeden Abend unmittelbar. Ganze Räume beginnen zu tanzen, ohne dass man ihnen die Schritte erklären müsste. Es ist instinktiv – als würden die Geister alter 45er-Singles die Hüften der Leute bewegen. Um diese Energie einzufangen, arbeiteten sie mit dem Frogman-Regisseur Anthony Cousins zusammen, der ein herrlich campiges Video inszenierte, durchzogen von B-Movie-Atmosphäre: Keller-Düsternis, Creature-Feature-Attitüde und der Tanz im Mittelpunkt für alle, die bereit sind, mitzuschleichen. Es wirkt wie ein verlorenes Mitternachtsfilm-Segment, das die 60er vergessen haben auszustrahlen.


Rezension

Mit „Midnight Creep“ liefern The Darts nicht nur eine neue Single, sondern ein programmatisches Statement für ihr kommendes Album Halloween Love Songs. Der Song ist eine Liebeserklärung an die schummrige Ästhetik der Sixties – irgendwo zwischen Girl-Gang-Attitüde, Garage-Rotzigkeit und schaurig-schönem B-Movie-Charme.

Musikalisch dominiert die Farfisa-Orgel das Geschehen: sirrend, treibend, hypnotisch. Der Beat ist minimalistisch und zwingend, die Gitarre setzt schneidende Akzente, während der Bass stoisch groovt. Nicole Laurenne singt mit genau der richtigen Mischung aus Coolness und spukiger Theatralik. Das Ergebnis ist ein Song, der sich sofort im Ohr festkrallt – und in den Beinen.

Besonders stark ist die Balance zwischen Retro-Referenz und Eigenständigkeit. „Midnight Creep“ klingt nicht wie ein müder Abklatsch alter Nuggets-Sampler, sondern wie eine alternative Zeitlinie, in der der 60s-Garage-Punk nie aufgehört hat zu existieren – nur düsterer, wilder und tanzbarer geworden ist. Dass die Band live bereits eine eigene Choreografie etabliert hat, zeigt ihr Gespür für Pop-Momente im Underground-Kontext.

Das dazugehörige Video verstärkt diesen Eindruck: Camp, Nebel, Monsterfilm-Vibes – aber mit einem Augenzwinkern. Genau dieses Selbstbewusstsein macht The Darts so stark: Sie nehmen den Spaß ernst, aber sich selbst nicht zu sehr.

Fazit: „Midnight Creep“ ist ein Halloween-Hit mit Dauerrotation-Potenzial – roh, eingängig und herrlich spleenig. Wenn der Rest von Halloween Love Songs dieses Niveau hält, dürfte uns eines der unterhaltsamsten Garage-Punk-Alben des Jahres erwarten.

 


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