Die Berliner Hardcore-Punk-Band - bestehend aus Hassan (Gesang), Til (Schlagzeug), Jörg (Gitarre) und Max (Bass), allesamt Veteranen von Patsy O'Hara, Empty Vision, Tackleberry und Ratfeast - meldeten sich 2025 mit drei Digitalsingles zurück und wussten von Anfang an, wohin die Reise geht. Jetzt ist es offiziell: Im August 2026 erscheint ihr erstes Studioalbum No Peace for You auf dem Münsteraner Independent-Label This Charming Man Records - dem Haus von Die Nerven, Kadavar und Hysterese, und einem der wenigen Labels, das Vinyl noch als Medium begreift, nicht als Accessoire.
"No Peace for You" umfasst elf neue sowie neu eingespielte Songs, u.a. rerecordete Versionen der drei E:P: Songs – "Cold Moon", "Black Noise" und "Ugly Boys". Die Grundkoordinaten der Band?
Dunkel, hallend, direkt, mit einer metallischen Kante, für Fans von GAG, Gulch oder anderen Chainpunk-Wahnsinnigen. Die Neuaufnahmen sind kein Nachschärfen des Alten, sondern eine
Standortbestimmung: So klingt die Band jetzt, mit einem Album hinter sich statt einem Demo vor sich.
Dazwischen: Soundscapes. Momente, die die Musik atmen lassen - oder genauer: ersticken. R.O.S.A. nutzen diese Zwischenräume nicht als Füllmaterial, sondern als Teil der Sprache des Albums. Auf
"No Peace" for You gibt es keine Lücken, nur Absicht.
Die erste Single "Fragile Power" gibt bereits die Richtung vor. Der Titel ist kein Widerspruch, sondern eine Beobachtung: Macht, die sich selbst als unerschütterlich inszeniert, ist die
zerbrechlichste von allen. Musikalisch: zwei Minuten, die sich anfühlen wie vier. Kein Intro, kein Aufwärmen.
Was R.O.S.A. von vielen ihrer Zeitgenossen unterscheidet, ist nicht das Tempo oder die Lautstärke - es ist die Haltung dahinter. Diese Band ist keine Jugendband mehr. Die Mitglieder sind Anfang
vierzig, haben Bands gegründet, auf Tour gespielt und aufgehört, wieder angefangen. Das hört man nicht als Müdigkeit, sondern als Präzision. Jeder Schlag sitzt. Jeder Schrei hat einen Grund.
