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AMONG LEGENDS - Lose My Grip

Mit ihrem zweiten Album Lose My Grip, das am 10. Juli 2026 veröffentlicht worden ist, legen Among Legends ein beeindruckendes Statement vor. Die Kanadier treten vom ersten Ton an aufs Gaspedal und liefern zwölf Songs voller Tempo, Druck und Melodie. Zwischen der hymnischen Dringlichkeit von Bad Religion, der rauen Energie von The Flatliners und der traditionsreichen Melody-Punk-Schule aus Southern Ontario entsteht ein Sound, der gleichermaßen eingängig wie kompromisslos wirkt.

Produziert, aufgenommen, gemischt und gemastert wurde das Album von Matt Gauthier in den ARC Recording Studios sowie This Place Needs A Name. Im Vergleich zum Vorgänger setzt Lose My Grip deutlich stärker auf Geschwindigkeit, kantigere Gitarren und eine spürbar größere Intensität, ohne dabei die melodische Seite der Band aus den Augen zu verlieren. Genau dieses Spannungsverhältnis macht den Reiz der Platte aus.
Bereits die Vorabsingles deuteten an, wohin die Reise geht. „H/A/C/K“ prescht mit messerscharfen Riffs, treibenden Rhythmen und einer unterschwelligen Wut nach vorne, während „Floating Here For Years“ die Geschwindigkeit etwas herausnimmt und stattdessen eine nachdenkliche, fast melancholische Atmosphäre entfaltet. Gemeinsam zeichnen sie das Bild einer Band, die selbstbewusster, härter und gleichzeitig reifer klingt als jemals zuvor.
Gegründet im Jahr 2016, haben sich Among Legends ihren Ruf auf klassische DIY-Art erarbeitet. Selbstveröffentlichte EPs, unzählige Club- und Kellerkonzerte, Festivals, Wochenendtouren und zahllose Kilometer auf kanadischen und amerikanischen Highways bildeten das Fundament ihrer Entwicklung. Das Debütalbum Take Good Care, produziert von Siegfried Meier, erschien zwar erst 2022, war jedoch bereits 2019 aufgenommen worden. Entsprechend spiegelte es eine Band wider, die sich musikalisch längst weiterentwickelt hatte. Medien wie BrooklynVegan, Exclaim!, PunkNews, New Noise Magazine und Idobi Radio lobten das Album dennoch in höchsten Tönen – BrooklynVegan bezeichnete es treffend als „one ripper after another“.
In den darauffolgenden Jahren veränderte sich die Besetzung grundlegend. Übrig blieb der kreative Kern um Sänger und Bassist Mitchell Buchanan sowie Schlagzeugerin Sara Fellin, die Among Legends neu formierten und als Trio auf ein deutlich fokussierteres Fundament stellten. Statt die Band auszubremsen, verliehen die personellen Veränderungen ihrem Sound mehr Klarheit und Entschlossenheit.
Diese Entwicklung prägt Lose My Grip auf ganzer Linie. Das Album orientiert sich weniger an modernen Pop-Punk-Trends als an zeitlosem melodischem Punkrock, der roh, unmittelbar und authentisch wirkt. Inhaltlich kreisen die Songs um Unsicherheit, gesellschaftliche Spannungen, brüchige Beziehungen und die Suche nach Orientierung.

Mitchell Buchanan beschreibt die Ausgangslage treffend:

„Our last record came out four years ago, but it was recorded seven years ago. We’re not the same band anymore and I think that’s evident in the way this record sounds. Stability has been a hard feeling to find in recent years, and this record covers some of the different experiences that come with instability. It’s a lot of looking around and asking ‘how did we get here,’ whether that’s about the state of our countries, our communities, our relationships, or ourselves.“


Besonders deutlich wird dieser Ansatz im starken „Go On“, dem emotionalen Herzstück der Platte. Zwischen Verletzlichkeit und emotionalem Rückzug entwickelt sich ein Song, der von inneren Konflikten lebt. Zeilen wie „I say I’ll come but we both know I won’t“ bringen das Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach Nähe und der Angst vor echter Bindung eindrucksvoll auf den Punkt. Überhaupt ziehen sich Entfremdung, festgefahrene Routinen und permanente Unsicherheit wie ein roter Faden durch das Album, ohne dass die Songs jemals in Selbstmitleid versinken.
Genau darin liegt die größte Stärke von Lose My Grip. Es geht nicht darum, Krisen zu zelebrieren, sondern darum, trotz aller Zweifel weiterzumachen. Among Legends präsentieren sich als Band, die nach Jahren auf Tour, zahlreichen Rückschlägen und personellen Veränderungen genau weiß, wer sie ist und wie sie klingen möchte.
Mit Mitchell Buchanan (Gesang/Bass), Sara Fellin (Schlagzeug/Gesang) und Gitarrist Tyler Boles, der sämtliche Gitarrenparts auf dem Album eingespielt hat, gelingt ein kraftvoller Mix aus aggressivem Skatepunk, melodischem Hardcore und großen Refrains. Live komplettiert inzwischen Bennett Rouleau die Band, wenn Lose My Grip 2026 auf die Bühne gebracht wird.
Das Album ist laut, kantig und voller Energie – gemacht für verschwitzte Clubs, lange Autofahrten und endlose Repeat-Schleifen. Fans von Bad Religion, The Flatliners, Belvedere oder Much The Same sollten sich diesen Namen unbedingt merken.


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