Proud to be Punk #14

Proud to be Punk #14
Proud to be Punk #14

Proud to be Punk #14
80 DIN-A-5-Seiten; 1,50 €
Jan Sobe, Stockartstr. 15 HH, 04277 Leipzig
jan.sobe@t-online.de
Jan ist vom Geistesblitz getroffen und erkennt: "Punk war, ist und bleibt einfach geil!" Freundschaft, Zusammenhalt, Aktivismus, Engagement, Freiheit und ein wachsamer, kritischer Geist zeichnen für ihn diese "Gegenkultur" aus. Die Philosophie schimmert im Heft durch und bestimmt Jans Ideologie von Punk bzw. was das für ihn bedeutet: DIY statt nur dabei.

 Seine Zielrichtung ist klar definiert: Antifaschistische Aktionen und Berichte, Anarcho (Musik, Organisationen, Fanzines), der Support der lokalen Szene (Sachsen-Report), sowie die Unterstützung von Bands und Personen, die Tapes und Vinyl veröffentlichen.
Jan Ist ein reisefreudiger/unternehmungslustiger Mensch und reist zum Mayday-Festival nach Prag, um über Neo-Nazi/antifaschistische Aktivitäten in und um Leipzig zu referieren. Jan lernt auf diesem Festival Paaya kennen, der das Fanzine DRUNK NACH OSTEN herausbringt und lässt ihn ausführlich zu Wort kommen. Paaya listet eine Menge osteuropäische Bands auf und erklärt seine Vorliebe "für gewöhnlich hervorragende, mehr oder weniger sehr ursprüngliche Musik und die guten Texte", sowie die Suche nach Informationen und Aufnahmen dieser Bands. Paaya berichtet ferner über die Squats in Tschechien, über das Protestfest in Brno und den Problemen mit Neo-Nazis in Tschechien. In Tschechien verfolgt die extrem rechte Nationalpartei offen nationalistische Ziele, lehnt die Europäische Integration ab, unterstützt dagegen andere nationalistische Parteien wie die französische Front National und den flämischen Vlaams Blok. 
Jan engagiert sich für den Verein "Bon Courage e.V." und hat ja schon desöfteren über diesen Verein initiierte Vorträge und Bildungsreisen berichtet. Heuer geht es um 'Frontex', eine Geheimdienstbehörde, der Vorläufer einer gemeinsamen Europäischen Grenzschutztruppe, die "illegale" Einwanderer aufspüren, festnehmen.
Der Referent Elias Bierdel wird vorgestellt. Elias war Vorsitzender des Komitees Cap Anamur und gründete die Organisation Borderline Europe.
In der Anarcho-Punk-Reihe serviert uns Jan die dänischen Bands PARAGRAF 119 und die Nachfolger- Band SKARPRETTER, die dem Umfeld des Ungdomshuset zugehörig sind. Jan benutzt als Grundlage das PASSION DEBIL-Fanzine für das Paragraf 119-Inti. Sänger Adam klärt über den Paragrafen 119 auf und und die Intention, dass es der Band immer um die Verbreitung der Ideen, von Idealen, einer gezielten Message und nicht nur um Musik oder Bespaßung des Publikums ging.
In der Rubrik Freiräume kommen Aktivisten Fischer, Heß (J.U.W.E.L.), Frank, Kristian, Manu (Projekt Schuldenberg) zu Wort und stellen ihre Projekte vor. Sehr ergiebig und umfangreich ist das Gespräch mit Chris vom COMMI BASTARD-Fanzine. Auf ganze 12 Seiten begründet Chris seinen kommunistischen Standpunkt: "Die Revolution selbst verwirklicht noch nicht den Kommunismus, sondern legt nur die Grundlagen, um ihn aufzubauen(...)nach der Revolution muss die Revolutionsregierung die Ressourcen kontrollieren(...)". Jan konfrontiert Chris mit historischen Ereignissen, an denen der Versuch, eine anarchistisch, kommunistisch geprägte Gesellschaft aufzubauen, blutig niedergeschlagen wurde. Abschließend gibt es ein Assoziationsspiel.
Mittlerweile auch Standard ist der Sachsen-Report, in dem Jan Labels, Fanzines und Projekte vorstellt.
Gesamteindruck: Read, think, act steht auf dem Cover und genau diese Vorgabe setzt Jan um und motiviert zum eigenen Handeln. Sein persönliches Engagement, Handlungskompetenzen zu stärken, erreicht Jan durch sozialpädagogische Arbeit, die das Fanzine dominiert. Vielleicht will Jan es nicht wahrhaben, aber der Inhalt entspricht eine Voraussetzung für die „situative Realisierung und Reflexion von Handlungsvollzügen und -Problemen. Es ist weniger der anarchistische Aspekt, der zu mir vordringt, als die Fähigkeit zu systematischen Betrachtungen und kritischer Diskussion der Struktur- und Diskursbedingungen von sozialer Arbeit und der Qualität des sozialen Handelns. Und gerade das zeichnet Jan und das Fanzine aus.

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