PANIKKNACKER #27

Panikknacker #27
Panikknacker #27

PANIKKNACKER #27
64 DIN-A-5-Seiten + 32 DIN-A-4-Seiten; €3.-
Pankerknacker, Postfach 360421, 10974 Berlin
www.pankerknacker.com
Stefano hat sich getrennt und trägt den PANKERKNACKER zu Grabe. Empor steigt PANIKKNACKER und umgeht offenbar einen gerichtlichen Streit mit der Comicfamilie aus Entenhausen. Warum nicht einfach PK? Abkürzungen liegen doch voll im Trend: ADAC, DLRG, ABS, H&M, THC...da passt PK doch rein wie Stiletti in die Bondagehose. Der erweiterte MitarbeiterInnen_Stamm ist länger als das Selbstverständnis, aber kürzer als das Sommerloch. In dieses tauchen DIVING FOR SUNKEN TEASURE, die in verfallenen Scheunen und Feldern gepennt haben, denen es auf der Bühne darum geht, sich komplett zu verausgaben und Unsinn zu quatschen. Nicht zu spaßen ist mit Don Chrischan, der im Job-Center seinen Standpunkt deutlich macht und "nur so aus Vergnügen" umherballert. Popeye...äh RUMMELSNUFF hält sich mit Haferflocken und Milch fit und verspürt den Drang, die Gewichte beim Pumpen zu erhöhen, hat ein Faible für Arbeiterlieder und Maritimes. Mani indes kämpft gegen alle, was Mani vom sauerländischen Boxer unterscheidet. Die MENTALETTES lassen goldene Kostüme massgenau schneidern, verteilen live Kurze an die erste Reihe und möchten noch mehr Spaßprojekte anfangen, die ein Eigenleben entwickeln. Das gilt auch für das Interview mit Reverend Beat-Man/Voodoo Rhythm Records, der auf 8 Seiten erklärt, dass er pingelig und anspruchsvoll ist, abstrakte Kunst mag, der durch VENOM und EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN erleuchtet wurde, Sex liebt und ein Träumer ist. Krzystof Wrath mag MADONNA, weil sie live wie ein rebellischer Teenager rüberkommt. Da gilt auch für das Postermotiv in der Heftmitte. Stefano liiiiiiiiiebt die BLACK LIPS und geht ehrfürchtig an die Fragestellung heran wie das Wolfsrudel an die erlegte Beute. Seziert wird auch B.dolf (FLEISCH LEGO), der immer so sein wollte wie Iggy Pop und Fleisch Lego als etwas Reizvolles, Eigenes und Angela Merkel als "Höllengeschöpf" betrachtet. 10 Seiten EAV, das sehr unterhaltsam ist und zunehmend an Fahrt gewinnt, wenn Klaus in Erinnerung schwelgt und einfach nur Stichworte benötigt um auszuplaudern, wie Kunst und Provokation zusammenpasst und dem es wurscht ist, wenn sie anecken und den Fragestellern in Schutz nimmt, wenn der Manager Lothar reinplatzt und wie Mutti maßregelt: "Irgendwann ist aber auch mal Schluß!"
Gesamteindruck: Würde Stefano mal seine Homepage aktualisieren, könnte er all die ganzen Rezensionen posten und archivieren und nicht dafür ein Extra-Heft beilegen oder benötigte er mehr Platz für die ganzen Anzeigenkunden? Es gibt zwar weniger short stories und private Ergüsse, aber die Intis mit Reverend Beat-Man und mit Klaus (EAV) sind sehr lesenswert, was beweist, dass dafür dafür auch ausreichend Platz im PK eingeräumt werden muss, um biografische Selbstreflexionen aufzuarbeiten, da es immer dann spannend wird, wenn Verdecktes offengelegt und Erinnerungen reaktiviert werden. Denn seien wir ehrlich, was interessiert uns die Produktion und der Prozess zu einer neuen Platte. Wir sind Voyeure und wollen Bedürfnisse befriedigen, Freuden, Freundschaften und positive Ereignisse, mit denen mensch nicht gerechnet hat.

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