KARMACOPTER


Punk kann innovativ und spannend sein.
KARMACOPTER sind eine junge, aufstrebende Band, die mit deutschen Texten einen Kopfsalat zusammenschnibbeln, der Zeit braucht, um sich in das ZNS einzunisten wie die Parasiten im Organismus. Für den Parasiten ist es wichtig, den Wirt nicht zu töten, da er für sein eigenes Überleben wichtig ist. In dieser Allianz raubt dir die Infektion beinahe den Verstand, das ZNS tanzt den Slacker-Core. Die Band verfolgt das Ziel, mit dem selbst ernannten „Slacker-Core“ dem eigenen Ideal zu entsprechen. Punk gegen die Monotonie im Alltag, Punk als konsequentes Mittel, unkonventionelle Musik zu spielen und einer Lebensart zu frönen, die durch geringe Leistungs- und Anpassungsbereitschaft in Schule oder Beruf gekennzeichnet ist. Punk als Weg zur Selbstverwirklichung. Anstrengend und ernst, zynisch und boshaft. Keine Statussymbole, kein Schicki-Micki.

Das aktuelle Album „Goodbye Haptik“ gibt es als 12" vinyl + Download-Codes in Label-Kooperation (Tanzbär, accessxdenied, Kidnap, Elfenart, Tofu Guerilla & No more music). Ein intensives Hörerlebnis, welches noch Stunden später an einen Hirnfick erinnert und eine Leere im Kopf verursacht. Ein Stück Kulturgut „für Schöner Wohnen in der Endzeit“.

KARMACOPTER-Vocalhouse
KARMACOPTER-230 of fame

UNDERDOG: Es gibt über und von euch nur sehr, sehr spärliche Informationen. Die Homepage, Myspace-Seite dient lediglich als Hinweis, dass es von euch eine aktuelle LP gibt. Seid ihr an einer Selbstdarstellung, Selbstinszenierung nicht interessiert oder mangelt es euch an Selbstvertrauen?
Van Dante: Hi Fred! Das Thema Selbstdarstellung ist schon eine zweischneidige Angelegenheit. Zugegeben, als Konsument interessiert es mich bei manchen Bands schon, wer mit wem was gemacht hat, wie die Zusammenhänge zwischen befreundeten Bands sind usw. Andererseits ist es schon sehr auffällig, wie extrem Selbstdarstellung mittlerweile (vor allem im Internet) betrieben wird. Im Pop-Bereich verstehe ich das, da geht es ja ganz klar um eine Zielgruppenbindung. Bei uns geht es aber einfach nur um Musik und das was wir durch sie transportieren möchten. Deswegen müssen wir weder als dufte Typen rüberkommen (was an sich schon eine schwierige Aufgabe wäre), noch tausende myspace-Freunde haben, die wir regelmäßig zum Voten für irgendwelche Becks- oder Jägermeister-Bandcontests auffordern müssen.
Kai-Uwe Both: Ich denke auch, das Wichtige an einer Band ist ihre Musik, nicht wie die Typen aussehen oder sonst irgendwas. Wer uns sehen möchte, der ist herzlich zu Konzerten eingeladen. Der Eintritt ist meist günstig…

UNDERDOG: Zugegeben, der LP-Titel (Goodbye Haptik), euer Bandname und auch die musikalische Kategorisierung ("Slacker-Core") verlangt schon ein bestimmtes Maß an Grundwissen, diese Worte zu begreifen. Die Methode mutmaßt aber auch ein elitäres Gehabe. Von was wollt ihr euch ab- und ausgrenzen?
KUB: Klar, wir sind ja nicht die Toten Hosen! Oh, siehste, schon eine Abgrenzung. Erwischt! Elitäres Gehabe will ich da aber nicht erkennen. “Goodbye Haptik” klingt ja auch viel besser als, ähhh, “Die 100 besten Sauf- und Pöbelmelodien” oder so.
VD: Abgrenzung passiert ja oft automatisch. Straight Edgeler werden selten Sauf-Punk-Bands mögen und Metzger nicht auf Tierbefreier-Festivals gehen. Natürlich spiegeln sich unsere Inhalte auch in der Namensgebung der Platte oder Kategorisierung unserer Musik wieder und entsprechend ist ja alles - von den Texten bis zur Außenwirkung der Band - irgendwie ein Statement, das man OK oder kacke finden kann. Das hat aber mehr mit Humor zu tun als mit kalkulierter Abgrenzung.

UNDERDOG: Ist KARMACOPTER für dich ein Weg der Selbstverwirklichung, welche Faktoren sind dabei hilfreich?
KUB: Die Frage kann eigentlich nur der VD beantworten. Er schreibt die Songs, ich zumindest greife da nur ein, wenn mich was extrem stört. Und das passiert eigentlich nie…
VD: Hmm .. naja, schon. Im Sinne von mit Freunden Musik machen die einem Spaß macht, einen selbst anspricht, einem die Möglichkeit gibt nette Leute kennen zu lernen und Dinge zu thematisieren, über die man gerne mal was gesagt hätte.
Nicht im Sinne von „3 Sachen, die ich schon immer mal machen wollte: Paragliding, vom 10 Meter Brett springen, in ner Punk-Band spielen“.

UNDERDOG: Bleiben wir bei den Assoziationen. Ist es wichtig, sich immer neu definieren zu müssen? Ist KARMACOPTER ein Konstrukt, den Anti-Trend zu etablieren?
VD: Es ist äußerst sinnvoll, sich ab und an mal in Selbstreflexion zu üben und sich die Frage zu stellen, ob Definitionen von gestern heute noch Bestand haben – sowohl als Individuum als auch als Band.
Wir haben den Vorteil, dass wir uns nicht als irgend etwas definieren und daher auch tun und lassen können, was wir wollen. Könnte also gut sein, dass die nächste Platte Free Jazz wird, vielleicht klingt sie aber auch exakt wie die aktuelle :-)
Anti-Trend liest sich super! Ich weiß aber nicht genau, wie sowas aussehen könnte oder wie man das definiert. Dazu müsste man sich wahrscheinlich ziemlich intensiv mit Trends beschäftigen, um sich wiederum davon abgrenzen zu können. Das wäre bestimmt sehr mühsam, aber auch spaßig! :-)
Aber nein, darum geht es eigentlich nicht... es geht schon (auch) um Anti-Pop, aber das als alleiniges Merkmal für Anti-Trend herzunehmen wäre wahrscheinlich übertrieben. Bzw. zu undurchsichtig. Dafür müsste erst einmal die Selbstreflexion in der Szene greifen und Pop als etwas wahrgenommen werden, das weit außerhalb musikalischer Definitionen stattfindet, wohl aber auch dort – vor allem aber nicht ohne weiteres “enttarnt” werden kann, wenn man sich in einer reinen Konsumentenrolle befindet. Gerade in der Punkszene wird sich oft von Pop abgegrenzt, ohne sich genug damit beschäftigt zu haben. In irgend einer Zielgruppe befinden wir uns alle...
Ich bin abgeschweift, oder? Die Antwort ist: Jein!
KUB: Ein Konstrukt ist für mich etwas, das man sich mit ganz viel Gehirn und im besten Falle Rotwein nächtelang ausgedacht hat. Dann hat man irgendwann vielleicht etwas, das man Konstrukt nennen kann. So funktionieren vielleicht Wissenschaftstheorien oder Tokio Hotel. Ich glaube gar nicht, dass man sich hinsetzen und beschließen kann, einen Gegentrend zu erschaffen. Ich glaube, wir machen einfach, was uns einfällt und sprechen Dinge an, die uns beschäftigen. Wer darin den Anti-Trend (wogegen überhaupt?) sehen will, der darf das natürlich gerne machen.
VD: Das ist wohl auch ein wichtiger Punkt. Also, wir als Band sind nicht ausgedacht oder konstruiert, als Konzept oder so. Songs und Texte sind allerdings schon mehr als dahingejammte Akkorde mit irgendwelchen Texten, nur um keine Instrumentalband zu sein. Klar gibt es Inhalte, die auf eine Art und Weise formuliert sind, die man als antitrendig interpretieren könnte … ääh .. sollte … ich meine: Darf. Oder kann. Gerne kann.

UNDERDOG: Ist Konsequenz und unangepasstes Verhalten für dich charakteristisch eine Bedingung, um glaubwürdig zu sein? Welche Statussymbole, Ideale bleiben davon verschont?
VD: Nein, denn Scooter finde ich auch glaubwürdig. Insofern ist es nur die Konsequenz...
Und selbst da wird es schwierig, denn oft ist eine Aussage oder ein Denkanstoß auch wichtiger als der, der ihn von sich gibt.
Wenn jemand sagt, dass Autofahren der Umwelt schadet, bleibt die Aussage richtig, auch wenn er oder sie selbst einen SUV fährt.
Und Credibility - gerade in der Punkszene - halte ich für ein extrem schwieriges Thema. Denn, auch wenn beispielsweise die Inhalte einer Band völlig szenekonform sind, sagt das noch rein gar nichts über das ganze Drumherum aus. Seit ich vor 10 Jahren zum ersten mal gehört habe, dass es Songwriter und Produzenten für D-Punk-Bands gibt (und damit meine ich jetzt nicht Die Ärzte oder Muff Potter), bin ich in dieser Hinsicht äußerst vorsichtig.

UNDERDOG: Welche negativen Tendenzen sind dir im Subkulturbereich aufgestoßen und welche Möglichkeiten nutzt du, um diesen aufzuwerten?
VD: Das schließt direkt an Deine vorherige Frage an: Punk ist keinesfalls kommerzfreier Raum, darüber sollte man sich bewusst sein. Hier werden genau so Zielgruppen bedient, wie in jeder anderen Subkultur auch. Das ist ein Punkt der mich sehr beschäftigt, denn hier scheint es einfach ein Wahrnehmungsproblem zu geben. Damit will ich nicht sagen, dass Punkrock nicht kommerziell orientiert sein darf, sondern dass diese Grundannahme, man bewege sich in einer “kommerzfreien Zone", einfach falsch ist. Klar, wenn bestimmte Mailorders, Labels oder Fanzines "zu groß" werden, merken viele Leute das auch (und werten es auch extrem), aber das alles fängt meiner Einschätzung nach schon viel weiter vorne an... Du brauchst als Band eigentlich nur bestimmte Spielregeln einzuhalten um kommerziell verwertbar zu sein. Hier ein bisschen Melodie, ein paar Texte über Veganismus, Antifaschismus, Systemkritik, da nen Moshpart, dort ein bißchen Ska, ab und zu mal nen Soli-Sampler für oder gegen irgendwas und fertig ist die Laube :-) Damit will ich niemandem irgendwas unterstellen, behaupte aber, dass jedeR halbwegs fähige MusikerIn innerhalb kürzester Zeit so eine Band etablieren könnte.
Was ich wirklich gruselig finde, ist die Diskrepanz zwischen Potenzial und Umsetzung. Man sollte meinen, es gäbe gerade im Punk-Bereich progressive Momente. Wenn Du Dir dann aber mal ein paar hundert Bands angehört hast, bleiben vielleicht noch 10 Schubladen übrig, in die Du sie einsortieren kannst. Wirklich progressive Sachen (und da rede ich jetzt nicht von uns) bleiben doch eher selten und werden auch nicht besonders gut angenommen. Martin Büsser meinte mal, die Linke fühle sich da am wohlsten, wo man zur richtigen Gesinnung schunkeln kann. Und da haben wir wieder das Thema der Zielgruppenorientierung. Die meisten Leute, egal ob und in welcher Szene sie sich bewegen, interessieren sich eben nur für die Musik, die sie kennen. Deshalb bist Du als Band auch am besten dran, wenn Du genau diese Erwartungen erfüllst. Daran etwas zu ändern halte ich für so gut wie unmöglich.

UNDERDOG: Ist der Begriff "Szene" für dich überhaupt relevant oder nutzt du lediglich die Strukturen, das Netzwerk, um die Musik als Produkt zu verkaufen?
VD: Weder noch. Szenen an sich sind mir etwas suspekt, ich bin nicht so der Rudel-Typ und finde Gruppendynamiken auch eher bedenklich. Relevant ist die Punk-Szene für mich trotzdem, da sie kulturelle Alternativen aufzeigt und natürlich auch politisch unheimlich wichtig ist und prägend für mich war..
Zum zweiten Teil Deiner Frage: Es geht uns nicht darum, möglichst viel Musik an möglichst viele Menschen zu verkaufen - dann müssten wir dringend andere Musik machen!
Ich weiß jetzt nicht, wie viel die Underdog-Leser über DIY-Vertriebswege wissen, aber es ist so, dass wir selbst knapp 100 LPs von der Produktion hatten. Den Rest der Auflage haben die beteiligten Labels finanziert, die auch nicht wirklich etwas damit verdienen. Es ist nicht ganz non-profit, aber schon nahe dran. Wenn man dann noch bedenkt, wie viel Arbeit von allen Beteiligten da drin steckt, bleibt eigentlich nur noch eine Überzeugungstat übrig.
Allerdings – selbst wenn es anders wäre und wir, völlig utopisch, wirklich etwas damit verdienen würden, bin ich der Meinung, dass Musik durchaus einen Wert haben darf. Denn entgegen der mittlerweile vorherrschenden Annahme, Musik würde vom Himmel in's Internet fallen, bedeutet Musik zu machen neben viel Spaß auch viel Arbeit, viel Zeit und auch etwas Geld.
Wir würden dafür allerdings keine Kompromisse eingehen, das ist ganz klar!

UNDERDOG: Für den Weg zum musikalischen Ruhm verkaufen Bands ihre Ideale und werden zum Spielball der Industrie. Welche Mechanismen kotzen dich da besonders an?
KUB: Also ich glaube, dass es eigentlich nur einen Mechanismus gibt: Geld. Irgendwo her wollen alle welches haben, und wenn man brav Gitarre geübt hat, dann liegt die Versuchung nahe, mit seinem Lieblingshobby auch richtig Asche zu machen. Blöd nur, wenn man das Ganze eigentlich mal aus ganz anderen Gründen angefangen hat. Der Industrie will ich zumindest keinen Vorwurf machen, außer, das sie eben auch schrecklich viel Geld verdienen will. Wer mitmachen will: Bitte!
VD: Am meisten kotzt mich an, dass Musik-Konsumenten völlig anspruchslos sind. Ich kann niemanden wirklich verurteilen, der mit irgendwelchem obermiesen Schlager-House-Müll oder Handy-Klingeltönen Geld zu verdienen versucht, wenn die Leute so blöd sind und den Scheiss auch noch kaufen. Wirklich nicht! Der Markt macht sich ja nicht von alleine.
Zugegeben, es ist unmoralisch die Leute über Kaufhausbeschallung oder Hintergrundmusik bei Fernsehsendungen auch noch auf diesen Müll zu polen, andererseits kann man sich dem auch ohne große Probleme entziehen … oder wenigstens mal drüber nachdenken!

UNDERDOG: Welche konkrete Vermutung liegt nahe, dass euch Martin Büsser nicht abkann und für welche Zielgruppe spielen KARMACOPTER?
KUB: Solange keine faschistoiden Spasten oder sonst irgendwelche kopfkranken Engstirnis im Publikum stehen ist mir eigentlich jedes Publikum recht.
Von Büsser und von vielem was er schreibt habe ich eigentlich eine hohe Meinung. Ich glaube auch nicht, dass die Textzeile als fieser Diss verstanden sein will.
VD: Haha :-) Martin Büsser ist bestimmt einer von den Guten! Aber ich hab keine Ahnung, ob er was mit uns anfangen könnte, oder nicht. In dem Song "dabeigewesen", auf den Du Dich beziehst, geht's ja um die Phantasie was gewesen wäre, wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort in den "richtigen" Zug eingestiegen wäre. In dem Fall geht es mir konkret um Indie und die Vermutung, dass auch hier mal wieder eine Szene, die wahrscheinlich aus völlig anderen Gründen entstanden ist, kommerzialisiert wurde bzw. sich kommerzialisiert hat, wahrscheinlich beides...
Ich hab keine Ahnung, ob wir so was wie eine Zielgruppe haben. Wir machen zumindest keine Musik für irgend eine bestimmte Zielgruppe.

UNDERDOG: Mannheim in Not ist ein deutlicher Abgesang auf die Stadt, die "im Grunde nur ein Shopping-Center für den Vorstand eines großen Chemie-Konzerns ist". Ist Musik für dich auch eine Waffe, Missstände anzusprechen? Mit welchem Resultat...Es fehlt folglich die direkte Aktion, es bleibt der "Kultur"-Pessimismus. Wem ist damit geholfen?
KUB: Der Seele.
VD: Word! Es gibt Sachen, die müssen schon allein aus therapeutischer Sicht raus aus dem System. Es ist niemandem damit geholfen, es verändert sich nichts, aber das Gift ist aus dem Körper gespült und der Magensäure-Spiegel wieder irgendwo unter nN. Und vielleicht fühlt sich nebenbei noch jemand unterhalten :-)

UNDERDOG: Popmusik braucht keinen akademischen Anspruch, schon gar nicht, um den kreativen und wirtschaftlichen Output für die Musikbranche zu optimieren. Welche Kritikpunkte sind bei der Popakademie in Mannheim noch berechtigt?
KUB: Braucht das Theater Schauspielschulen? Oder das Kino Filmakademien?
VD: Naja, vielleicht wäre akademischer Anspruch sowohl kreativ als auch wirtschaftlich ein Vorteil. So ein paar abgefahrene BeBop- oder Grind-Akzente in Ballermann-House-Mucke oder jemand, der bei den Majors mal auf Business-Seite dafür sorgt, dass man sich mal wieder mit den Musikern auseinandersetzt oder sich mit veralteten Copyright-Rechten beschäftigt, die heute in Bezug auf Internet usw. ohnehin kaum noch anwendbar sind … fände ich spannend! Aber im Ernst: Die Popakademie tut keinem was, die Popakademie ist eine nette Einrichtung für Leute, die irgendwie und irgendwann mal von Musik leben und ein paar Kontakte knüpfen wollen. Muss man weder sonderlich ernst nehmen, noch verteufeln. Da sind halt ein paar Studenten die Musik machen können oder vermarkten wollen und dafür Bafög kriegen und Spaß haben. Hätte ich persönlich nicht unbedingt Bock drauf (vielleicht wenn ich noch Anspruch auf Bafög hätte), finde ich aber nicht schlimmer als BWL oder Callcenter.

UNDERDOG: In "Stellwände" heißt es: "Devot ist/bleibt, wer sich hinten anstellt". Fehlt der Arbeiterklasse die Bereitschaft, auf die Barrikaden zu gehen und könnte das bedingungslose Grundeinkommen für JedeN ein Ausweg sein?
KUB: Ich halte ein bedingungsloses Grundeinkommen für eine würdige Alternative zu dem ganzen unnachvollziehbar ungerechten Sozialsystem, wie wir es im Moment haben. Ist eben nur die Frage, ob es überhaupt noch eine Arbeiterklasse gibt, die gemeinsam für eine Sache irgendwo draufklettert. Besser wärs wohl…
VD: Die Textzeile ist eigentlich auch weniger ein Aufruf zur Aktion, als die Beobachtung, dass Menschen mit einem Drang zu Autorität und Macht sehr schnell Eigenschaften wie Höflichkeit oder Zurückhaltung als Schwäche interpretieren. Aber zu Deiner Frage: Ich bin mir auch nicht sicher, ob es noch großartig Klassen gibt, die sich politisch definieren. Wieso denn auch, so lange man abends Stefan Raab beim Stock-Car-Dingens zugucken kann. Ist doch ne super Sache und stärkt so ganz nebenbei noch die Verhältnisse... bestätigt sie vielleicht sogar.

UNDERDOG: Ein Blick in die Zukunft: Die Platte ist erschienen, das Ego gestillt. Welche Ziele werden nun verfolgt?
KUB: Wir wollen so viel wie möglich live spielen, neue Songs machen und aufnehmen und hoffentlich auch wieder rausbringen. So sieht das aus.
VD: Ja, es gibt ein paar Veröffentlichungspläne, ein paar neue Songs, ein paar Live-Termine... ein wichtiger Punkt wird das Vermeiden weiterer Muff Potter Vergleiche sein – ich glaube am Ende dieses Interviews ist das so ziemlich der falscheste Satz, den ich schreiben konnte! :-)
Vielen lieben Dank für das Interview, Fred!

 

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