TRUST #165

TRUST #165
TRUST #165

TRUST #165
68 DIN A 4 Seiten; €2,50.-
Trust Verlag, Dolf Hermannstädter, Postfach 110762, 28087 Bremen
www.trust-zine.de
Dolf schaut sich "in unserer kleinen Szene" um und erkennt, dass Punks nicht gegen Propaganda immun sind, wundert sich über teure Ersatzteile für sein Rasierapparat und erfährt, dass er "schwierig" ist. Jan Röhlk lästert über sexistische Metalheads-kickende Looser, hat Probleme, in den USA Geld von seinem Sparkassen-Konto abzuheben, schenkt sein Augenmerk im TRUST Musik und Politik, sucht Leute, die vielfältig sind und am Ball bleiben. Jan Tölva lässt sich immer schwerer für Musik und Dinge begeistern und mokiert sich über Verhaltensmuster von Punks auf HC-Shows. Bela glaubt indes an keine Verbesserung des Systems, vermisst klare Ziele für die Revolution, die sowieso und letztendlich in deinem Kopf stattfindet. Armin von X-MIST redet Tacheles, ist kompromisslos, geht nur noch auf Konzerte, bei denen er glaubt, dass ihn die Band überrascht, findet, Provinzialität ist "eine Frage der Geisteshaltung nicht des Wohnorts", ist von BIG BOYS und ihrer Offenheit, das Nonkonformistische beeinflusst. Peter und UNWUCHT RECORDS ist fokussiert auf die neuseeländische Untergrund-Szene der 80er Jahre und freut sich über Free Jazz bis ELO. Genau so brav ist Tobias Scheiße von HAMMERHEAD, der mittlerweile ein Umzugsunternehmen führt und klarstellt, dass sie keine Prolls sind, trotzdem "sagen kann, was er will, die Leute fassen es auf, wie sie wollen". Oise ist hingegen als Tourmanager erfahren genug, Szene-Geheimnisse für sich zu behalten, wobei er dennoch einige Anekdoten parat hält und mit MAD CADDIES im Hofbräuhaus speist und trinkt, mit Kelly Osbourne telefoniert und von Amy Winehouse angebrüllt wurde.
Gesamteindruck: Tiefe Einblicke hinter den Kulissen, Menschen bei ihrer Arbeit begleiten. Und über die eigene Arbeit/Tätigkeit reflektieren. Was nutzten Performance und Image, wenn sich Menschen in konkreten Situationen als Arschloch beweisen? Eben. Armin und Oise bieten ehrliche Antworten und Denkanstöße, die analytisch neue Ziele beschreiben und definieren: Was ist die ursprüngliche Idee von Punk, was will Punk transportieren? Was kommt dabei heraus, wenn Punk über Stil und Sound hinauswächst? Und was hätte anders werden können, wenn mensch sich nicht für Punk entschieden hätte? Das TRUST steht im Einflussbereich des Referendars über Punk und Arbeit. Ein verstecktes Themen-Special mit Problembeschreibungen und Qualitätskriterien, Punk perspektivisch und projektorientiert strategisch aufzuarbeiten.

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