Das Homestory Magazin

Das HOMESTORY Magazin
52 DIN A 4 Seiten; €5.-
Bebelstraße 18a, 70176 Stuttgart
ISSN 2197-7739
www.homestory-magazin.de
Ein anonymes Reporterteam besucht Szenetypen, reist durch die Republik und trifft auf mehr oder weniger Punk-Prominenz. Co (BOXHAMSTERS) fährt unfallfrei zu McDonald's, Alex Pascow durchsucht den Spamverdacht-Ordner, Stefano Pankerknacker muss repräsentieren, Carsten SUPERPUNK geht zum Schlafen in die Stadtbibliothek, Marcus KETTCAR droht Nachbar Jensen aus dem offenen Fenster und führt Boxershorts vor. Jens Rachut dreht einen Hirsch in der Wurstdrehmaschine und beißt in einen 50 Meter langen Schwertfisch, Nagel (MUFF POTTER), raucht, pumpt und singt Volkslieder, Bert (SUPERNICHTS) hat Knabberspaß gekauft und tanzt seinen Namen. Andy Kulosa (IMPACT RECORDS) tanzt Schlammpogo, zieht seine Hose aus und wirft mit Dödelhaie-CD's. Jan von TURBOSTAAT ist auf der Straße daheim, Claus Lüer (CHEFDFENKER) bastelt einen Toastwecker, Junge (EA80) sitzt traurig und allein im kalten Zimmer, Dirk (SLIME) macht eine herzhafte Käse-Quesadilla ohne Käse und legt die Karten. Peter&Führer heizen mit BLINKER LINKS-CD's, Bela B. geht beim LIDL einkaufen und erklärt die Discounter-Paper-Markenqualitätsunterschieden. Glufke (ZWEI TAGE:OHNE SCHNUPFTABAK)  passt auf, dass das Geld in der Szene bleibt, Tobias Scheiße (HAMMERHEAD) ist ein gemeiner Schläger und Dirk v. Lowtzow (TOCOTRONIC) führt das Reporterteam ins Nirwana, bis sich die Daseinsform auflöst und zu Nichts wird.
Gesamteindruck: Im Grunde erwartet das Reporterteam im Wesentlichen ein immergleicher Ablauf. Nach dem Willkommensgruß wird Musik gehört, gegessen und die Allüren ertragen. Auffällig ist, dass inhaltlich unterschwellige Werbebotschaften den Kaufanreiz von CD's erhöht, denn "Platten sind nur was für Selbstdarsteller aus Berlin(...)." Wer bei den unterhaltsamen Begegnungen aufmerksam ist, wird feststellen, dass Punkrocker auch nur Menschen sind, die zu Hause mit Wasser kochen und Eigenarten entwickeln, die viel über den Charakter verraten. Die wahren, echten Fans könnten von ihren Helden enttäuscht sein und anfangen, ihre Poster von den Wänden zu reißen, ihre CD's auf E-Bay zu versteigern. Oder Peter&Führer zu Hause zu besuchen und ihnen ihre Meinung zu geigen oder mithelfen neue Persönlichkeitsstrukturen "unserer" Punk-Promis zu entwickeln und später mit der Carrera-Bahn zu spielen und aus die Salzfischlis aufzuessen. HOMESTORY ist ein gut funktionierendes Konzept mit einem hohen Unterhaltungswert, überrascht mit guten Einfällen und witzigen Gesprächen, die treffsicher das Punkermillieu, aber auch vor allem deren Szenetypen aufs Korn nimmt.

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