TRUST #150

TRUST #150
68 DIN A 4 Seiten; €2,50.-
Trust Verlag, Dolf Hermannstädter, Postfach 110762, 28087 Bremen
www.trust-zine.de
Dolf glorifiziert das Fahrradfahren -modern: biken- und die damit verbundene Bewegung, balanciert auf einem Gymnastikball, während Redaktionskollege Jan die Bewegungsunlust an dicken -modern: fettleibig- Menschen aufgreift und die These der NAAFA (National Association to Advance Fat Acceptance) gutheißt, es gebe keinen Idealkörper! Darüberhinaus findet Jan die ganzen "Neo Neo Retro HC Bands" aus den USA "kacke", findet sie "einfach totale Hohlbrote" und läuft vor Erregung puderrot an. Dagegen widmet Jan Tölva in seiner Kolumne die Wertigkeit des Äußeren, ist fasziniert von Martin Büsser's These, "dass HC mit seiner(...)Optik eine Art Unterwanderungsstrategie" sei und kommt zum Entschluss, dass Mode politisch ist und auch politische Inhalte transportieren kann.
Barry von CROSSTOPS ist nicht der Typ, der akzeptiert, "dass wenn du älter wirst, du dich im Vorort niederlässt und aufhörst, auszugehen(...)deinen Job machst und ein Leben voller Routine lebst".
NERVOUS BREAKDOWN lassen auf eine SST-Affinität schließen, die Mitglieder selbst finden den Namen ausgelutscht und erkennen, dass sie gar keine Musik wie BLACK FLAG machen.
Identitätsstiftend hingegen sind BANDISTA, ein 7-köpfiges Musikkollektiv, wurde erstmals nach Deutschland eingeladen. Heval Botan skizziert die Etappen und lässt glücklicherweise auch sehr viele politische Inhalte, Positionen, Debatten und Publikumsreaktionen einfließen, sodass der Tourbericht den üblichen Rahmen sprengt.
Frankie Stubbs (LEATHERFACE) ist wortkarg und entsprechend dröge wirkt das geführte Gespräch. Verwunderlich, warum GUNNER RECORDS aus Bremen erst in dieser Ausgabe vorgestellt wird, es geht hierbei um Labelidealismus und -politik, Promoarbeit, Lizendeals und persönlichem Geschmack.
Auf dem Geschmack gekommen sind auch SLIME, die sich ja bekanntlich nicht in Originalbesetzung zusammengefunden haben, um ein paar Konzerte und nächstes Jahr sogar wieder ein neues Album veröffentlichen. Dirk und Elf stellen sich den Kommerzvorwürfen, bekommen Gelegenheit, sich zu rechtfertigen, was ich in dieser Art auch gutheiße und nicht, mit dieser Behauptung hausieren zu gehen, ohne der Band die Möglichkeit zu geben, sich zu den Vorwürfen zu äußern, wie es Fanzine-Kollege Bocky in dem Vorwort des aktuellen PUNKROCK! getan hat. Aber wie sagten es SLIME einst sinngemäß: "Wer nach vorne schlägt, darf sich nicht wundern, wenn er von hinten in den Arsch gefickt wird!"
Gesamteindruck: Diese Mal gibt es keinen Themenschwerpunkt oder ein Special. Der Bericht zu BANDISTA's Deutschland-Tour hat mich überzeugt, die weiteren Interviews eher gelangweilt, als dass ich nützliche, unterhaltsame Informationen oder Erkenntnisse bekommen/gewonnen habe. Die Gespräche verlaufen in Belanglosigkeit. Insofern enthält diese Ausgabe eher einen qualitativ verminderten Inhalt, der eine Schwerpunktthematik vermissen lässt.

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