TRUST #152

TRUST #152
68 DIN A 4 Seiten; €2,50.-
Trust Verlag, Dolf Hermannstädter, Postfach 110762, 28087 Bremen
www.trust-zine.de
Dolf sinniert über das Frühaufstehen, ja, mensch kann auch meinen, über das älter werden und die Gepflogenheiten, früh aufstehen zu müssen, vielleicht um was zu verpassen ODER, weil im Alter die Fähigkeit abnimmt, durchgehend und lange zu schlafen. Ich plädiere generell für den Kurzschlaf (5 Minuten), ein Luxus für Menschen, wenn der Zwang geregelter Arbeitszeiten entfällt. Jan himself regelt hingegen die Verhältnisse vom Fernsehkonsum und weiß inzwischen, dass da irgendwelche Sadisten in der Chefetage sitzen und entscheiden, was serviert wird. Nanu, ein Leserbrief von J.Kley als Kaufempfehlung für das Trust, muss das sein? Gar nicht peinlich ist das sehr ausführliche Gespräch von Jan mit CLUSTER BOMB UNIT, da Oliver und Roland sehr viele Anekdoten und Einblicke zur Doku “Punk im Dschungel” liefern und sehr kritisch auf die Umsetzung reagieren,  hauptsächlich über die Tourerlebnisse in Japan, USA, Malaysia berichten und sich offenkundig freuen, dass jemand über die Band schreibt und sich wundern, warum sie zu wenig “Punk-Credibility” attestiert bekommen und weder Punk, Crust noch Fleisch sind.
Düster geht es bei DIE FREMDEN zu, die erkären, warum sie sie früher melancholisch und düster klangen, heuer indes entspannter und gelassener sind. Nun, Bela, da knüpfe ich doch mal an Dolfs Kolumne an und denke, dass das am Alter und Älter werden liegt. Gut Ding will Weile haben! Jan kramt in seiner Schublade rum, wo lauter fertige und unfertige Manuskripte liegen und verwendet ein 2 Jahre altes LIFE ENDS-Interview mit Daniel, der am 27. Januar diesen Jahres verstorben ist. Unter diesen Umständen bekommen Daniels Antworten eine andere Wertig- und Wichtigkeit. Bei PLANKS setzt bei mir kurz der REM-Schlaf ein, eine Folge meines Älter werdens oder an  an das belanglose Gelaber über Ambitionen, kryptische Textinhalte und anonyme Kontaktformen. Auch YAGE ruft keine Weckreaktion hervor, dafür staune ich, dass die TRUST-Schreiber ihren Schreibtisch aufgeräumt haben und den Fanzinestapel abarbeiten, nur leider werden da oft nur die Inhalte aufgezählt und keine konstruktive Kritik geschrieben, was Andreas und Jan aber besser machen, sich mit dem Inhalt auch auseinandersetzen und diesen bewerten. Bela bewertet auch einige Alben, die sich im Dunstkreis von Helge Schreibers Buch “Network of friends” bewegt haben, europäischer HC der 80er Jahre also und Bands wie INDIGESTI, NEGAZINOE (Italien), SO MUCH HATE, LIFE BUT HOW TO LIVE IT (Norwegen), B.G.K. aus Holland haben in der europäischen HC- und Punkszene deutliche Akzente gesetzt, die in der Tat in einem aktiven, kommunikativen Netzwerk unterwegs waren und Werte wie Unity, Freundschaft und ein Miteinander vermittelt haben.
Gesamteindruck: Am Ende bin ich dann doch wieder aufgewacht, vermisse an der aktuellen Ausgabe aber einen gewissen “Aha”-Effekt, der mich zum Grübeln und Erstaunen bringt. Vielleicht sollte das TRUST mal wieder ein Redaktionstreffen vereinbaren und sich Zeit für die bewusste Auseinandersetzung mit Problemen und deren Lösungsmöglichkeiten reservieren. Ein “Sorgenstuhl” zum Grübeln kann im Einzelfall helfen. Wenn Sorgen und Probleme aus den Köpfen verbannt werden, kann mensch sich besser auf das Schlafen einlassen und ist fit für neue Ideen und Kreativität, auch um sich mit der Tatsache anzufreunden, älter zu werden, aber nicht alt zu sein. Das sollte auch fürs TRUST gelten!

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