SCHEISSE MINNELLI - Sorry state of affairs

SCHEISSE MINNELLI
"Sorry state of affairs" LP/CD/digital
Destiny Records/Broken SIlence
Sam fühlt sich wie ein Alien im Dorfe, was weniger mit seinem Aussehen zu tun hat, denn mehr mit Sprachbarrieren und den Eindruck, sich fremd zu fühlen. Symptomatisch sorgt das "Lost in translation"-Feeling, die Verlorenheit, für eine ständige Reflexion, wie oberflächlich seine Welt und wie fehl am Platze sie an seiner Seite ist. Geplagt von (Selbst-)Zweifel und Ziellosigkeit ("no direction where to go") mündet die Einsamkeit in Sehnsucht nach Komplizen, mit denen Sam sich verbündet, mit denen er ein neues Spiel wagen kann, mit hohem Einsatz und wiedergewonnen Lebenslust. Bring the power back. Und ja, die neuen Freudne haben genügend Reserven im Tank, um die ausgefeilten Rhythmen und Spieltechniken auf einem konstant hohem Niveau zu halten, verknüpfen Melancholie und Resignation, drohen mit galoppierenden überfallartigen Ausbrüchen, überraschen mit hyperaktiven Verhaltensweisen und expressiven Stilen, die die malerische Idylle des fränkischen Flairs und der eigenen Vergangenheit in eine widerspenstige Affäre lautmalt. Das klingt in der Tat kratzbürstig, aufreibend und weniger harmonisch oder eingängig. Aber wenn sich die Frustration in Energie umwandelt, dann bleibt genügend Platz und Raum für affektive Dynamiken und körperbezogener Aufmerksamkeitsfokussierung.

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