V.A. - Moped aus der Hölle

V.A.
"Moped aus der Hölle" CD
MundArtAgeh/BSC Music/Rough Trade
Erst mal ein paar Takte zum Konzept und die Idee dahinter: MundArtAgeh ist ein Verein zur Förderung der Mundart in der zeitgenössischen Popularkultur. Präsi Zapa kam während der Weihnachtsfeier auf die Idee, einen Musik-Sampler über das Motorrad zu konzipieren. "Mögliche Themen liegen hier in Bayern klar auf der Hand: Bier, Liebe und Heimat. Oder auch: Sex, Bier und Leberkas" weiß Vize-Präsi A.J.B. Hangover. Und so huschen die bierseligen Kurvengleiter in ihre Stuben, basteln eigens einen Song zum heißen Ofen und schrauben an der Maschine rum, bis die Hühner verschreckt in Todesstarre fallen. Wenn der Hubert, Tante Droll, Markus Straßer, J.G. Neumann, Williams Wetsox, Woife Neumayr, Sherry&die Spackos, Gsindl halt... in die Lederkluft und auf die Zündapp steigen und mit 140 Sachen die Isar entlang ridern, dann steigt das Frühlingserwachen und der Blutdruck, denn: du fühlst dich allright und okay, wenn die langen Haare im Wind und um die Nase wehen und das geile Gefühl auf der Piste übermächtig wird, dass sich ein Rausch einstellt. Fürwahr, ob Isarrider, Rock and Roll und Maximum Prärie-Kultur, in jeder Midlife-Crisis hilft ein Moped-Führerschein für ein Lifestyle-Kick mit Risiko und Coolness-Faktor. Und mal ehrlich, wer wird bei Kutte, blitzblanken, rostfreiem Chrome, reflektierenden Schärpe nicht geil? Eben. Der Fuß tendiert immer mal dazu, zu stark zu bremsen, Isarrider will ja auch mal die Landschaft anschauen. Sei nicht so verkrampft. Lass mal die Schultern locker runterhängen und fahr ganz entspannt durch die Kurven. Sing ein Lied. Karaoke-Choppern? Warum nicht. Der Motor heult im Takt, du dazu. "A Maschin muaß laffa!" Guter Tipp, Präsi. Aufsitzen, einfach losfahren, dem Horizont entgegen und nicht merken wie die Zeit vergeht. Nur nicht abwürgen, Rider, nur nicht das Licht ausblasen lassen. Gib Gummi, das Bayernzelt wartet hinter der nächsten Kurve. Schließlich muss am Ende die Ernte eingefahren werden. Seltsam ist nur, dass die Vereinsstatuten offenbar keine Frauen vorsehen.

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