Der Crash ist die Lösung

Der Crash ist die Lösung
-Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten-
Matthias Weik&Marc Friedrich
Eichborn, Hardcover, 381 Seiten; €19,99.-
http://www.luebbe.de/Eichborn/Details/Id/978-3-8479-0554-7
ISBN: 978-3-8479-0554-7
"Geld ist das Barometer der Moral einer Gesellschaft" (Ayn Rand).
Geld ist ein Tauschmittel, das es nur gibt, wenn Güter produziert werden und wenn Menschen da sind, die diese Güter produzieren können. Geld ist der materielle Ausdruck des Prinzips, dass Menschen nur miteinander auskommen, wenn sie Leistung mit Gegenleistung bezahlen, wenn ihre Beziehungen durch ehrlichen Tausch geregelt sind.

Wer ein Geschäft in Geld abwickelt, akzeptiert die geistigen und materiellen Eigentumsrechte seines Geschäftspartners. Geld gibt niemand die Macht, den Wert einer Leistung zu bestimmen. Erst die freiwillige Annahme eines Angebotes entscheidet, was eine Leistung kostet. Mit Geld kann man nur Geschäfte machen, wenn beide Seiten aus freien Stücken zu eigenem Vorteil darin einwilligen. Geld verlangt die Einsicht, dass Menschen für ihren Nutzen arbeiten, nicht für ihren Schaden, für ihren Gewinn, nicht ihren Verlust, dass sie keine Sündenböcke sind, auf die andere die Last ihres Elends abwälzen können, dass man sie nicht beeinträchtigen darf, sondern fördern muss, dass nicht die wechselseitige Zufügung von Leid, sondern der Austausch von Gütern das Band ist, das die Menschen zusammenhält.
Weik&Friedrich erinnern mit dem Zitat von Ayn Rand aus “Wer ist John Galt?" daran, dass die sogenannten Krisen auch immer ihre Sündenböcke produziert, die Schnorrer, die glauben, "den Ertrag ihrer Arbeit mit Gejammer einheimsen zu können, oder die Plünderer, die sich mit Gewalt holen, was sie haben wollen". Genau, es sind eben die Plünderer, die Krisenverursacher, die immer noch diktieren, anstatt reguliert und reglementiert zu werden.
Weik&Friedrich konsternieren, dass es keine Heilung innerhalb des bestehenden Systems gebe. Und damit greifen sie erneut ihre an vielen Beispielen erläuternde These aus ihrem ersten Buch auf (Der größte Raubzug der Geschichte) und attestieren dem Finanz-, Bankensystem einen Kollaps, im Grunde also auch ein Ende des Kapitalismus (die Selbstabschaffung der freien Marktwirtschaft), weil die Schulden sich auftürmen, die Schulden des Staates von Jahr zu Jahr wachsen. Sollte das Wachstum einmal ganz ausbleiben, würden die Staatsschulden explodieren
Die Autoren sehen dafür die Gründe in der Inflation, in der Enteignung des Vermögens durch eine Niedrigzinsphase und gehen davon aus, dass die großen Geldmengen produziert werden, um das Finanzsystem künstlich am Leben zu erhalten und vergleichen die Bankenrettungsmaßnahmen mit einem Ballon, den man aufpumpt und bald zu platzen droht. "Unser Finanz- und Wirtschaftssystem erzwingt permanentes exponentielles Wachstum". Eine Gesellschaft, die dauerhaft ohne Wachstum auskommen müsste, hätte an vielen Fronten gleichzeitig zu kämpfen. Vor allem würde die Arbeitslosigkeit steigen (z. Bsp.: Spanien). Jeder Unternehmer braucht, bevor er investiert, Geld - sei es als Kredit, oder als Ersparnis aus früheren Unternehmungen, wobei ganz am Anfang auch hier einmal ein Kredit stand. Für den Kredit verlangt die Bank einen Zins, sonst hat sie nichts davon. Hierauf ist unser Wirtschaftssystem aufgebaut, doch ein Großteil des billigen Geldes kommt gar nicht in der Realwirtschaft an - unter anderem, weil die Banken heute restriktiver bei der Kreditvergabe sind.
Weiterhin sehen sich die Autoren als Realisten, die mit ihrem Buch und mit reißerischen Vergleichen, Beispielen (Konten werden durch eine Hyperinflation wertlos) und Zitaten durchaus Panik erzeugen, aber vordergründig detalliert und sachlich argumentieren, dass es wichtig ist, zu erkennen, dass wir uns Sorgen um unser Vermögen machen sollten und aufzeigen, wie wir unser Erspartes retten und was wir tun sollten, um nicht für "ihre" Fehler zu bezahlen. Dafür wiederholen die Autoren ihre im ersten Buch vorgegebenen Tipps und Ratschläge: raus aus Papierwerten und rein in Sachwerte.
Gesamteindruck: Die entscheidende Frage, wann der Crash kommt, können die Autoren nicht vorherbestimmen, sorgen in ihrer Neuauflage zum Finanzkollaps für eine allgemeine Verunsicherung  und nutzen bewusst ein "sie" als Feindbild und Verursacher und ein "wir" als solidarisch-symbolischen Akt, in dem letztendlich alle Verlierer sind.
Begrifflichkeiten wie Staatsanleihen, Staatsverschuldung, exponentieller Wachstum und ihre Entstehung, Auswirkung werden im Zusammenhang mit Illusion und Schein erklärt, der schlussendlich den ultimativen Zusammenbruch des Finanzsystems zur Folge haben wird. Wie sieht eine Gesellschaft ohne Wachstum aus? Der Kapitalismus als Wirtschaftssystem kollabiert. Spannender ist die Frage, wie die Gesellschaft damit umgeht und ob sie lernen kann, mit weniger Wachstum oder mit Stagnation zu funktionieren!

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Tilo (Montag, 14 Juli 2014 16:38)

    Spannend. Daran denke ich auch schon seit einiger Zeit nach. Ich glaube die Autoren haben recht.