LPT - Testen bis zum Tod

Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG
Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG

Am Samstag, den 11.10. demonstrierten 700 Menschen nach Aufruf der Kampagne "LPT-schließen" gegen Tierversuche beim Hamburger Unternehmen LPT und forderten ein sofortiges Ende der Experimente an Tieren.
(Aktionsbericht hier)

Info: Die Kampagne LPT-Schließen ist ein Netzwerk aus verschiedenen Tierrechtsgruppen und -organisationen, welches sich aktiv gegen die Tierversuche und die Tierhaltung des Unternehmens LPT – Laboratory of Pharmacology and Toxicology. LPT ist eines der größten deutschen Labore, in welchem u.a. Tierversuche im Auftrag von Pharmaunternehmen durchgeführt werden. Sitz des Unternehmens ist in Hamburg-Neugraben.
In der Selbstbeschreibung des Unternehmens heißt es: "Die Gesellschaft betreibt die Aufzucht, das Halten und die Veräußerung von Versuchstieren für Forschungszwecke aller Art und die Erledigung damit zusammenhängender Aufträge."
Erledigung heißt in diesem Zusammenhang, dass alle Versuchstiere bei oder nach den Versuchen sterben oder getötet und als Sonderabfall entsorgt und dann als Heizmaterial verwendet werden.
Was genau im LPT passiert, bleibt im Verborgenen. Die Mitarbeiter sprechen nicht mit der Presse, Interviewanfragen werden nicht beantwortet. Im Jahr 2012 hat das Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG einen Umsatz von 2,8 Millionen Euro erwirtschaftet. Laut Geschäftsbericht hat LPT weltweit Kunden in mehr als 25 Ländern, darunter Indien und besonders Südkorea
Über 40 Jahre lag das Labor mit seinen offenen Zwingeranlagen völlig unbehelligt im Hamburger Süden. Nachdem die mediale Aufmerksamkeit und die Proteste größer wurden, begann das Unternehmen im letzten Jahr, die Zaunanlagen, an denen Einblicke in Beagle-Zwinger möglich sind, mit Sichtschutzfolien zu versehen.

Alte öffentliche Bekanntmachungen offenbaren ein grausames Leid verschiedener Versuchsreihen, bei denen in den vergangenen knapp 50 Jahren etwa 300 Chemikalien und Medikamente getestet wurden. Darunter sind pharmazeutische Mittel für Herz-Kreislauf- und Nervensystem, Industrie- und Landwirtschaftschemikalien, getestet an Mäusen, Ratten, Hamstern, Schweinen, Hasen, Hunden, Affen, Katzen, Meerschweinchen, Fischen und Vögeln. Wie genau diese Mittel angewandt werden, kann Tierärztin und Vorsitzende des Vereins "Ärzte gegen Tierversuche", Corina Gericke, laut ZEIT.de nur vermuten: "Dort werden zum Beispiel toxikologische Versuche, also Giftigkeitsprüfungen, durchgeführt. Dabei gibt man Ratten die Substanz in den Magen ein und testet, bei welcher Menge die Tiere sterben. Je nachdem welches Mittel man prüft, bekommen die Tiere Krämpfe, Lähmungen, Durchfall, Bauchschmerzen oder sterben".

 

Um qualvolles Tier-Leid zu beenden, gilt es, den Kampf gegen LPT und Tierversuche kontinuierlich lautstark zu führen und die Medien mit einzubeziehen und öffentlich zu machen, damit die Pharmalobbyisten nicht nur ihre Manipulationen und den Einfluss auf das öffentliche Bild verlieren, sondern ein Verbot für Versuchslaboren und Tierversuche zu ermöglichen.

In diesem Zusammenhang verweise ich auf das ausführlichen Interview mit Silke Bitz von "Ärzte gegen Tierversuche", die u.a. auch auf tierversuchsfreie Forschungsmethoden eingeht und aufzeigt, wie mensch im Einzelnen gegen Tierversuche aktiv und erfolgreich vorgehen kann:

"Jeder kann helfen, Politiker auf Bundes- oder EU-Ebene aufzufordern, die tierversuchsfreie Forschung zugunsten von Tier und Mensch mit höchster Priorität zu fördern und z.B. die Medien durch Leser- oder Zuschauerbriefe zu kritischen Berichterstattungen zu bewegen. Auch ist es wichtig, die Mitmenschen über das Thema Tierversuche und die viel besseren Möglichkeiten der Forschung ohne Tiere zu informieren und mit Familie und Freunden zu diskutieren. Jeder kann zudem aktiv in unserem oder einem anderen Verein mitarbeiten oder Mitglied werden. Damit kann jeder einfach und wirkungsvoll dazu beitragen, der Politik und den Tierexperimentatoren die rote Karte zu zeigen, eine gute Medizin für den Menschen einzufordern und darüber hinaus Tiere vor einem grausamen Schicksal zu bewahren."

 

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