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Wenn alle Sängerknaben der Welt das hohe C singen, muss ich mir in den Kopf schießen

Wenn alle Sängerknaben der Welt das hohe C singen...
Wenn alle Sängerknaben der Welt das hohe C singen...

Wenn alle Sängerknaben der Welt das hohe C singen, muss ich mir in den Kopf schießen
v. Johannes Witek
264 Seiten; 12,95 €
ISBN: 978-3-9815811-4-0
http://chaoticrevelry.de/
Info: Nach Johannes Witeks Roman-Debüt "Voltaires Arschbacken" veröffentlichte der Salzburger Autor am 1. September 2014 in dem Chaotic Revelry Verlag sein insgesamt viertes Werk.
In dieser Textsammlung kehrt Witek zurück zum Genre der Lyrik und Kurzprosa. Das Besondere ist zudem, dass sich für die Covergestaltung der Künstler Ben Dammers (bendammers.com) gewinnen lassen konnte und das Buch somit ein Gesamtkunstwerk geworden ist. Witek zeigt sich in diesem jüngsten Werk nachdenklicher und melancholischer als je zuvor, verliert aber in seinem Schreiben dennoch nie seinen eigentümlichen Humor. Er ist und bleibt ein Menschenfreund.

Gesamteindruck: Johannes analysiert Banales, Absurdes und Reales aus dem Alltag eines Durchschnittstypen, skizziert Tagträume und Phantastereien, Träumen einerseits und Leben und Beziehung zu Menschen und realen Objekten andererseits. Mit teils überraschender Klarheit etikettiert er Leben als "eine Melodie mit dem nötigen Resonanzraum", als einen Rhythmus mit ein paar Takte Glück und Harmonie. Und wenn in der Beziehung das Ausmaß der Unzulänglichkeiten wächst, dann reagieren seine Figuren mit "Leck mich!" und demonstrieren eine wutschnaubende Vorstellung dessen, wie sich die vitale Bedeutung in philosophische rigide Vorstellungen wandeln, etwas wenn der Einsiedler dem Weltreisenden an den Penis fasst. Und wenn die Welt, ja das Universum in einen lauten Knall verpufft, dann sind es vielleicht die quantitativen Unterscheide zwischen 2 Personen, die Johannes äußerst fein und schwer beschreibbar hervorbringt und Fluchtvorstellungen unmöglich macht. Vom Standpunkt des Beobachters ist überhaupt nichts geschehen. Andererseits kannst du beim Lesen im Zimmer sitzen und denken, was das ganze mit mir zu tun hat, Pläne machen und an Urlaub denken. Im Grunde aber ist es schon verrückt, was die imaginäre Erkundung der Welt und des Ortes, an denen Johannes uns entführt, für Folgen hat. Denn obwohl kein klares Verhaltensmuster erkennbar ist, handelt es sich im Wesentlichen doch um eine Beziehung zwischen 2 Menschen, die zu früh oder zu spät in Befriedigung und Streit auseinandergehen. Was also bleibt übrig? Ernüchterung, Verzweiflung, Streit und Hoffnungslosigkeit und welchen Anteil die fiktive Rollenfigur daran hat, das Leben von sich selbst abzuspalten, zu bewahren, in Einklang zu bringen oder daran scheitern.

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