ZAM HELGA - Monster

"Monster"
"Monster"

ZAM HELGA
"Monster"
GIM Records/Soulfood
Zam spaziert wie ein mittelalterlicher Barde durch die Klanglandschaft und dichtet in einer einprägsamen Vortragsweise über Krieg und Frieden wie ein Friedensritter, der den Zeitwert einfängt und den charakteristischen Merkmale nach Belieben dehnt und verkürzt.

Ambrosius und Sommerwind. Melodien, die wie Flügelschlag gen Himmel emporsteigen. Ihr auf den Fersen sind dichtgewebte Lieder mit zeitgenössischer Gesellschaftskritik. "Wir sind viel zu viele, die sich selbst am Nächsten stehen". Phantastische Märchen mit Realitätsbezug. Zam besitzt eine eloquente Singesstimme, die ihm Zutritt zu den allerhöchsten Kreisen gewährt. Auf dem grenzenlosen Weg erhält er Zuflucht von Geächteten, Unterdrückten, Ausgegrenzten und Verbündeten in Tavernen, Verstecken und Palästen. Ungelüftete Mysterien und unermessliche Wunder. Widersprüche und moralische Verfehlungen. "Monster" ist ein Zeugnis für das Selbstbewusstsein einer unorganisierten Gesellschaft. Volkslieder, die die Perspektive eines Äußeren aufreißen und den revolutionären Anspruch der eignen Moralphilosophie ("Wenn wir am Ende nicht sehen, wo auf dem Weg wir nun stehen..."). Ist der Wille frei? Zam redet von Freiheit, von realer wie von geforderter. Er redet auch - grob skizziert - über das Übel, dass freie Menschen radikal böse handeln, weil noch keine Welt ist, in der sie nicht mehr böse zu sein braucht. Individuen, die sich das Vertrauen von Autoritäten und Institutionen erkaufen, erschmeicheln und unter den Namen der Totalität verkaufen. "Monster" wirkt antiquiert, nicht isoliert, sondern verflochten mit einem Blick auf einen geschichtlichen Knotenpunkt, verstellt unter den gegenwärtigen Bedingungen, die sich auf heutige Verhältnisse übertragen lassen. Insofern funktioniert "Monster" auch als Modell gegen Herrschaft, für die Freiheit, die nicht für die Privilegierten zu haben ist.

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