TRUST #172

TRUST #172
TRUST #172

TRUST #172
68 DIN-A-4 Seiten; €2,50.-
Trust Verlag, Dolf Hermannstädter, Postfach 110762, 28087 Bremen
www.trust-zine.de
Dolf ist ein (Bier)Kastenkäufer, ist Kenner der chinesischen Philosophie und findet, das Smartphone ist die neue Zigarette (im Sinne von verpönt) und füllt die Spülmaschine mit halbierten Tabs.
Jan Röhlk macht sich auf die Suche nach der Bedeutung einiger Bandnamen, Filme und ist erstaunt, ob der wahren Herkunft von z.B. Moskitospray, Putzmittelfirma, verzichtet auf isländisches Bier aus geräucherten Finnwal-Hoden) und ersinnt ein fiktives Interview. Mika fiebert mit philippinischen Punx, wenn Pacman in den Ring steigt, der das Ideal einer kommunistischen Revolution verkörpert.
Jan Tölva solidarisiert sich mit allen Streikenden und bela spürt trotz "genügsamen, aber dennoch stets vorhandenen Wohlstand und Luxus" einen "Respekt vor Leuten" und lästert über Mittelstands-Yuppies und fordert, sich erst einmal im kleinen zu halten und den "Kugelschreiber anzusetzen".

Jan Röhlk interviewt Günter vom Lucky Star Record-Shop in Frankfurt. Nur komisch, dass sie sich im Auto eines Kumpels vor dem laden unterhalten. Hat Günter im Shop nicht aufgeräumt, geputzt?Ja, beim 7-jährigen Jubiläum gab es Bier, Apfelwein und Schmalzbrote. Vermutlich ist auch die Kotzlache noch nicht weggefeudelt. Claas Reiners schwelgt mit Fred (Delikatess Tonträger) und Lüam (FINDUS) in Erinnerungen, rechnen mit dem Business ab und plädieren für eine DIY-Kultur, alles andere ist "eine Kunstform". Jan Tölva schreibt einen Artikel zu Hip Hop, Punk und linke Politik, benennt Überschneidungen/Berührungspunkte und reflektiert die Podiumsdiskussion (Rappen für die Revolution?!
Linker Rap in Deutschland – Geschichte, Gegenwart, Zukunft) der Zeckenrap-Gala 2015 und schlussfolgert, dass Zeckenrap ein gutes Angebot für diejenigen ist, die mit Punk/HC nichts anfangen können und "trotzdem gute Musik hören wollen". Stone fertigt TREEDON ab, die Bäume fällen und bleiben im Gleichgewicht. Alva thematisiert mit Laura Jane Grace (AGAINST ME!) Transbewegung, Gendernormen und die Folgen des Coming-Outs.

Gesamteindruck:

Vinyl, Gender und linker Rap. Wichtige Themen, die in der aktuellen Ausgabe kompetent vorgestellt und jeweils nostalgisch (Vinyl), kompetent (Rap) und kontrovers (AGAINST ME) präsentiert werden. Das TREEDON-Interview ist der einzige Schwachpunkt dieser Ausgabe, da es sehr oberflächlich und kurz geraten ist. Das Cover ist eine Provokation, hätte mir dazu mehr Erklärungen in der Ausgabe gewünscht oder ist es wie in der Kunst: Interpretiere, beobachte, kommuniziere! Könnte auch ein Leitbild des TRUST sein.

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