OX #121

OX #121
OX #121

OX #121
132 DIN-A-4-Seiten; € 5,50.- + CD
OX-Fanzine, Postfach 110420, 42664 Solingen
www.ox-fanzine.de
Joachim philosophiert über Rentnerpunk, dass "Alter kein biologisches, sondern ein gesellschaftliches Konstrukt ist, das "in der Punkszene an Bedeutung verliert". Alex Gräbeldinger berichtet aus der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie und beschreibt seinen Zustand und die Atmosphäre auf der Station. Tom van Laak sollte ihn mal besuchen kommen, die beiden könnten sich austauschen und mit feinsinnigen Beobachtungen Gemeinsamkeiten feststellen.

FRANK TURNER ist sehr selbstkritisch und diskutiert mit den Bandmitgliedern am nächsten Tag über die Shows, aber nicht am noch am selben Abend, versucht sein Privatleben zu schützen, um nicht verrückt zu werden.
John LYDON von PIL redet über die Gesundheit bzw. darüber, wie er es schafft, gesund zu bleiben, kocht ständig Tee und vermisst den Geschmack von Eiern, den e aus der Kindheit kennt.
MUDHONEY schaffen es nicht, den Status als ewiger Geheimtipp los zu werden, während es REFUSED schaffen, innovativ zu sein, wobei es ihnen hauptsächlich um die Musik geht. Das tun andere Bands natürlich auch. TEENAGE BOTTLEROCKET z. B., die mit ihrem ramonesken Punk Rock und laufen nach eigenen Angaben keinen Trends hinterher. TAU CROSS auch nicht, heben sich selbst wie Phönix aus der Asche von Amebix, Rob war in der Zwischenzeit auf einer schottischen Insel abgesetzt worden.
Kent tanzt immer noch nicht und liefert einen weiteren Teil aus seiner Biographie, die ein Zeitdokument des dänischen Punkrocks der 80er Jahre präsentiert. Ich will das Buch haben!!!! Erstaunlich wie Kent aus dem Gedächtnis detailliert beschreibt, was er so getrieben hat. Und hey, von der Wanker Ranch habe ich zuerst im Funzine, Mitte der 80er Jahre gelesen. Die Hamburger war ja ständig Gast dort und haben ihrer Erlebnisse geschildert.
CHARGE 69 wandeln auf den Pfaden der TOTEN HOSEN, die ihrerseits auf der "Learning English"-Session Gastmusiker ins Studio geholt haben, nur mit dem Unterschied, dass die Gastmusiker wie Charlie Harper (UK SUBS), Roher Miret (AGNOSTIC FRONT), Campino (Hosen) ihre Stimme einem CHARGE 69-Song leihen.
Die Neo-Nazis haben sich hingegen bei loNSDAle ein ideologisches Label geliehen, was in der LONSDALE- History thematisiert wird. LONSDALE supportet heutzutage linke Vereine und arbeitet u.a. mit St. Pauli und FSF zusammen, muss auch in einem anti-rassistischen Kontext gesehen werden. Blöd also, wenn Nazi heuer noch Lonsdale trägt, um seine Gesinnung (sic!) auszudrücken(1).

Gesamteindruck:

Musik, Musik, Musik. Im OX findest du haufenweise relevante Punk Bands, die aktuell auf Tour sind oder einen Tonträger veröffentlichen. Das ist Pflicht, mich interessiert die Kür. Und die ergibt sich meistens jenseits der Standards, in denen über die Produktion und die Bedeutung des aktuellen Tonträgers geredet wird. Fast 2 Tage nach dem Lesen bleibt die Gewissheit, dass es jenseits des Standardrepertoires viel Faszinierendes in der Musik zu entdecken gibt.

Anmerkung:

(1) 2004 startete der Konzern eine Werbekampagne („Lonsdale loves all colours“), in der sich das Unternehmen deutlich von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit distanzierte. Zudem wurde 2005 der Kölner Christopher Street Day gesponsert. Die Glaubwürdigkeit dieser Distanzierung bestätigte der Verfassungsschutz. Auch das mit dem Vertrieb in Deutschland betraute Unternehmen ‚Punch’ ging gegen das Nazimage vor und kündigte die Verträge mit zahlreichen „unerwünschten“ Händlern. Das Ergebnis waren gewaltige Umsatzeinbrüche, in einigen Teilen Sachsens um ganze 75 Prozent.
Die extrem rechte Szene reagierte ihrerseits auf die Bemühungen von Lonsdale und boykottierte in weiten Teilen die Marke. Laut Anti-Rassismus-Initiativen sei es „zu regelrechten Kleiderverbrennungen“ gekommen. Zudem wurde mit "Consdaple" eine eigene, eindeutig rechtsextreme Kleidungsmarke gegründet, welche die Buchstabenkombination NSDAP vollständig enthält.

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