BOYSETSFIRE - s/t

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End Hits Records
"My heart bleeds with savage blood...". Nathan erzählt voller Hinbrunst und Hingabe Geschichten vom Fallen, Reifen, Werden und Sein, kurz: vom und über das Leben. Die poetische Ausrichtung vermittelt Formen kommunikativer Handlungsspiele, die Nathan inszeniert und bis zur Erschöpfung ausreizt.

Das führt mitunter auch dazu, dass wie in "Don't panic" einfache Mittel eingesetzt werden, um die deprimierende Stimmung zu kanalisieren, Wut zu bündeln und mit abgehackten Riffs und massig Rückkopplungen für einen mentalen Overkill zu sorgen. Puh, das hinterlässt Spuren. Das emotionale Wechselbad erinnert an einen Choleriker, der jenseits moralischer Konventionen Tyrann und Gönner ist. "Is there anybody out there?" klingt dann wieder wie ein verzweifelter Hilferuf, wie ein Vorwurf und die Erkenntnis, sich weg vom ordinären Leben zu bewegen. Das bombastische Soundgerüst verstärkt das Gefühl, das unser Sein geprägt ist von Hoffnungslosigkeit und Überlebensstrategien. Dazwischen sind BOYSETSFIRE straight ahead unterwegs ("One match"), melodisch und harmonisch, sorgen dann wiederum mit nervös zuckenden Riffs für Migräneattacken und überzeugen insgesamt mit einem sehr facettenreichen, vielfältigen Album, das zu jedem Zeitpunkt intensiv und einzigartig ist. Das HC auf ein hohes Level katapultiert, in dem trocken treibende Rhythmen, wütend gedroschene Akkordfolgen und ein theatralisches Feuerwerk wie eine Selbsterneuerung funktioniert, in der individuell vertiefte Einsichten in die Konstruiertheit der Welt offengelegt werden. Das ist aufregend, aufreibend und vielschichtig.

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