PLASTIC BOMB #92

PLASTIC BOMB #92
PLASTIC BOMB #92

PLASTIC BOMB #92
80 DIN-A-4-Seiten; € 3,50.- + CD
Plastic Bomb, Postfach 100205, 47002 Duisburg
www.plastic-bomb.de
Dreck, Schlamm, Regen, Hitze, Müdigkeit. PLASTIC BOMB still lovin' festival. Doch redaktionell berichtet Micha lediglich von der Rock and roll Butterfahrt auf Helgoland. Kalt aber schön war's. HC_Helge krallt sich Tezz von BROKEN BONES, der die Band wieder zusammengebracht hat, auf Anraten seiner Frau, den Arsch hochzukriegen.

Leider gibt es nur Fragen und Antworten zum Sound und Beziehungen zu anderen Bandmitgliedern. F*CKING ANGRY haben seit Bandgründung die regionale Onkelz-Fangemeinschaft in Aufregung versetzt, WOLF DOWN veranstalten eine Casting-Show und haben nun mit Dave einen erfahrenen Musiker, der auf der Bühne rumturnt. Micha erarbeitet eine Retrospektive zu den ABSTÜRZENDEN BRIEFTAUBEN und freut sich auf das Buch (Biographie).
 Rafael von FLICTS schildert sehr ausführliche Einblicke in die brasilianische Punkszene und beschreibt die Kontroversen, die Diskussionen zwischen VeganerInnen, Straight EdgerInnen, Feminstinnen, in dessen Verlauf die "Szene" zusammengewachsen ist.
Basti thematisiert die Marihuana-History in den USA und HYSTERESE beschreiben ihren Tour-Alltag in den USA, wohingegen Maks Rilrecowski seine Konzerterlebnisse schildert.
Sehr informativ und wichtig ist das Thema "Upcycling". Micha, Tüddel und Lars stellen 2 Personen/Projekte vor und berichten über ein Konzept, wie mit Plastikflaschen Häuser gebaut werden.
Philipp telefoniert mit Johnny Rotten/Lydon, der als netter, witziger Gesprächspartner Hintergrundinformationen zu Songs der neuen PIL-Platte liefert.
Der Propagandaminister beschäftigt sich mit dem "konvivialistische Manifest". Das Ziel der KonvivialistInnen ist eine Gesellschaft, in der Individuen, Gruppen und Gemeinwesen auf neue Art und Weise miteinander verbunden sind, einander in ihrer Unterschiedlichkeit achten und dabei zum Wohle aller kooperieren. Die KonvivialistInnen glauben an moralischen Fortschritt, verstanden als umfassende, nicht nur quantitative Verbesserung der materiellen Lebensverhältnisse bei gleichzeitiger Verfeinerung der Umgangsformen. Trotzdem ändert auch dieses Manifest nichts an Vascos pessimistische Zukunftserwartung. Das sieht mit der Stockumer Schule anders aus, weil sich hier wieder eine aktive Konzertgruppe gefunden hat. Achim Mentzel wird zum Kult-Punkrocker stilisiert und ist im Interview ehrlich und bodenständig, witzig und schlau.

Gesamteindruck:

Punk hat viele Facetten. Und zumindest versucht die P.B.-Redaktion and friends, diese inhaltlich zu präsentieren: DIY-Ethik, Fun, Freiräume, Politik und Musik. Es gibt Stärken und Schwächen. Schwach sind Interviews mit Texx (BROKEN BONES), während z. B. Rafael von FLICTS sehr starke Eindrücke aus der brasilianischen Punkszene liefert. Besonders die Anders Leben-Rubrik mit dem Thema "Upcycling" ist stark und hätte einen erweiterten Fokus verdient. Verantwortung für das übernehmen, was bereits produziert wurde; Ausgedientem neues Leben einhauchen. Genau so sollte Punk auch sein: Kreativ, selber machen, inspirierend, wertvoll. Die Mischung macht's!

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