TRUST #173

TRUST #173
TRUST #173

TRUST #173
68 DIN-A-4 Seiten; €2,50.-
Trust Verlag, Dolf Hermannstädter, Postfach 110762, 28087 Bremen
www.trust-zine.de
Dolf schreibt im Telegramm-Stil und reist nach Oberelsbach zur Pax Brauerei, um dabei mitzuhelfen, das eigene TRUST Bier zu produzieren. Jan ärgert sich, dass bei seinen "non-music"-Interviews wenig Feedback zurück kommt. Punk erstarrt einer Meinung nach in einer Hülle und philosophiert über Punk-LP-Titel und ihre Bedeutung. Dabei vergisst er, das Backofenspray herauszunehmen und lässt den Ofen explodieren.

Darauf hört er aus Wut die ersten drei THE EXPLOITED- Platten und zum Trösten "Heimweh" aus der Best of-Freddy Quinn. "Are you okay, Schippy?" Nüchtern, aber verkatert begleitet er die SLEAFORD MODS auf Tour durch Österreich, die Republik und greift die Sprachbarrieren auf, die sich aus dem Unverständnis ihrer Songtitel ergeben, beobachtet, dass mehr Frauen im Publikum anwesend sind, als vor einem Jahr und ist hautnah dran am Hype, der unverändert und noch nicht am Zenit angelangt zu sein scheint. Felix aka ADAM ANGST erklärt die Wichtig- und Wertigkeit seiner Liedtexte, übertreibt beim Schreiben gerne, wenn er wütend ist und klaut Oasis-Akkorde. Jan Röhlk stellt mit Timo das autonome Kulturzentrum KAW in Leverkusen vor. Das Programm umfasst Theater, Kabarett, Kleinkunst, Filmvorführungen und Lesungen sowie Konzerte, Partys, Tanzabende und Musicals. Seminare, Vorträge, Podiumsdiskussionen, Workshops und Sprachkurse werden angeboten, Ausstellungen gezeigt und eine Kneipe bewirtschaftet. Lediglich für größere Veranstaltungsprojekte und neuartige Konzepte bewirbt sich das KAW gelegentlich um Projektmittel und konnte einen Hallenumbau verwirklichen. JonasMirko, Diez und Häbba haben nach einem bekackten Bandnamen gesucht. Mit Антенна servieren sie nun Pöbeljäzz und wollen gar nicht dazugehören (mehr Kontakt, mehr Scheiße).

Gesamteindruck:

Wenig Interviews, dafür intensiv und ausführlich aufbereitet. Антенна habe ich umgehend auf ihrer Bandcamp-Seite besucht und finde die Mucke und Texte richtig gut. Screamo-Emo-Gefrickel. Das Live-Interview mit Timo und KAW ist lang geworden, zwischendurch sehr im Detail verloren, aber immer noch wichtig, weil die große Offenheit und Heterogenität des Veranstaltungsspektrums im Kollektiv wertvolle Arbeit liefert. Das politische Projekt ist ein Mitmach-Zentrum und ein Experimentierfeld, bietet also viele Möglichkeiten und baut auf Eigenverantwortung. Das aktuelle TRUST bietet Qualitätssicherung mit Fachwissen und Stärkenanalysen.

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