Tierbefreiung #88

Tierbefreiung #88
Tierbefreiung #88

Tierbefreiung #88
96 DIN-A-4-Seiten; €3,00.- 
die tierbefreier e.V., Postfach 150325, 44343 Dortmund
www.tierbefreiung.de
Solange es politische Bewegungen gibt, solange wird bereits über   ihre Strategien, Ziele, Methoden und Probleme diskutiert. Politischer Aktivismus, der seine eigenen Gefahren und Belastungen mit bringt, in Kombination mit der Komplexität der menschlichen Psyche und einer global vernetzten Gesellschaft als Ganzes, in der wir leben und uns organisieren, kann zu vielfältigen Problemen führen. Im aktuellen Schwerpunkt gibt es Analysen, Strategien, Methoden und praktische Tipps im Umgang mit der politischen Tierbefreiungs-, Tierrechtsarbeit.

Die Mischung stellt eine Ideensammlung dar, die   verschiedenste Anregungen bieten soll, die tägliche Arbeit und das lebenslange politische Engagement für die Befreiung aller Tiere erträglicher und erfüllender zu gestalten. Viele dieser Tipps und Anregungen sind vom antispedd-noblogs.org(1)entnommen, auf dem ein ausführlicher Leitfaden über Prävention und Intervention bei Konflikten, Krisen und unterdrückenden Strukturen veröffentlicht wurde. Ergänzt werden die hier abgedruckten Texte mit praktischen Entspannungsübungen oder Tipps, wie mensch Stress, Leistungsdruck, Angst, Überlastungen und Traumatisierungen kompensieren kann und lernt, damit umzugehen.

Gesamteindruck:

Warum sind viele Menschen nur kurzer Zeit in der Tierbefreiungsbewegung aktiv, tauchen dann ab oder nehmen sich schlimmstenfalls das Leben? Belastungen, Traumatisierungen und geringe Wertschätzung von Außen sind wesentliche Merkmale, die den politischen Aktivismus lähmen, ja, dazu führen, dass körperliche wie seelische Schäden bleiben. Der Schwerpunkt beschreibt zum Einen wie durch die praktische Arbeit Traumata wachsen, zum Anderen wie diese Krise zu bewältigen ist. Mit sehr vielen Beispielen, die wirksam helfen können, gleichwohl jedeR die traumatisierenden Erlebnisse subjektiv anders verarbeitet. Wichtig ist, in dich hineinzuhören ud herauszufinden, was dir gut tut: Malen, reden, Tanzen, spazieren gehen, Selbstverteidigung lernen, Reisen machen Entspannungsübungen allein oder in einer Gruppe machen, von Außen Hilfe in einer Therapie finden. Wichtig ist, ständig an Veränderungen zu arbeiten und zu wissen, dass du nur ein Teil einer Bewegung bist, dass du dich jederzeit zurückziehen kannst, ohne dass die Bewegung darunter leidet, dass du von ihr Unterstützung und Hilfe erfährst, dass du dich austauschen kannst, ist hilfreich für die Wiederherstellung eines stabilen, gesunden Wesens, das wertgeschätzt wird und Solidarität erfährt. Und ein paar einfache Richtlinien fasst Mirjam Rebhan vom britischen Tierrechtsaktivisten Brendan McNally zusammen, der in seinem Vortrag schildert, wie mensch gesund, lange aktiv in der Tierrechtsbewegung sein kann und Burn-outs vermeidet. Guter Schlaf, gutes Essen, gute Laune und auch mal eine Auszeit nehmen. In jedem Fall aber: Passt auf euch und auf Andere auf!
Was mir inhaltlich sehr gut gefällt, ist die Transparenz der Vereinsarbeit, insbesondere die Darstellung zur Querfrontstrategie einer ehemaligen Mitarbeiterin des Vereins (Viola Kaesmacher übergibt Namensliste von Recherchegruppenmitarbeitern an Neonazi) und die Beschreibung, Auswirkungen einer betroffenen Person(2).

Anmerkungen:

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