TRUST #174

TRUST #174
TRUST #174

TRUST #174
68 DIN-A-4 Seiten; €2,50.-
Trust Verlag, Dolf Hermannstädter, Postfach 110762, 28087 Bremen
www.trust-zine.de
Für Dolf ist es logisch, dass Menschen flüchten und hofft, dass nicht nur "solche Menschen kommen, welche man hierzulande auch schon nicht ertragen kann". Jan Röhlk wünscht sich einen Zweitwohnsitz in Santa Monica, macht sich Gedanken, wo Punk herkommt: Mittelschichtkids, Kunstschule, Straße und filtert im ebendiesen Kontext die internationalen Unterschiede heraus, die den "Werdegang" von Punx in Amerika, England und Deutschland so unterscheidet, bis er sich im Rahmen einer Beschäftigungstherapie Gedanken über die Bedeutung und Ursprünge einiger Bandnamen macht.

Mika will einen Song hören und nicht dafür extra den Rechner hochfahren und ihn suchen müssen, legt lieber die Platte auf und ist nicht abgelenkt, nebenbei am PC seine Freundin zu stalken und kritisiert Plattensammler, die die Musik gar nicht hören, sondern ihre Schätze wie Star Wars Figuren in der Vitrine ausstellen. Bela empfindet die 30er Lebensjahre "für die persönliche Entwicklung und eigene Wahrnehmung(...)für ein außergewöhnlich gutes und wichtiges Jahrzehnt, fühlt sich wohl in seiner Haut, weil weniger der Geist altert, als der Körper. Jan R. krallt sich Hotte, dem Herausgeber vom "untergrund" (einem Monatsprogramm für HC- Punkkonzerte im Rhein-/Maingebiet) und erfährt Kriterien für Terminaufnahme und gute Ratschläge. Dann gibt es einen Foto-Story zum TRUST "Black Pilsener" Bier aus der PAX-Brauerei, das mit dem Motto wirbt: „Lasst uns Schwerter zu Zapfhähnen schmieden“. DIE NERVEN brauen auch ihr eigenes Bier, sind keine Dienstleister, die für die Masse arbeiten. Danach folgt ein altes Interview mit Matthias Enste aus TRUST #66 (v. 1997) über das Bierbrauen. Andreas und Dolf haben Andreas Seufert von PAX-Bräu drüber lesen lassen, mit ihm aber kein Interview geführt, obwohl man heute "natürlich noch viel mehr zum Thema Bier sagen könnte". Hallo? Geht's noch? Selbst ein Bier brauen,und  anstelle dass sie ein aktuelles Interview machen, einfach ein altes abdrucken? Und dann? Das war's.

Gesamteindruck:

Mit dieser Ausgabe ist bei Dolf und Co Hopfen und Malz verloren. Dem dürftigen Inhalt wird mit konstruierten und zusammengeschusterten Betrachtungen aus der Nerdperspektive wenig Gehaltvolles produziert. Aus alt macht neu! Das schlägt dem Fass die Krone aus. Too drunk to write! Da nützen auch die guten Foto-Shots nichts. Dann lieber gleich eine ganze Foto-Trust-Ausgabe mit Sprechblasen zur Auflockerung. Die aktuelle Ausgabe ist mehr ein Schluckauf als Rülpser!

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