PROUD TO BE PUNK #23

PROUD TO BE PUNK #23
PROUD TO BE PUNK #23

PROUD TO BE PUNK #23
80 DIN-A-5-Seiten; €???
jan.sobe@t-online.de
Nazis fühlen sich durch PEGIDA&Co bestärkt, gegen MigrantInnen, sondern auch gegen antifaschistische Strukturen vorzugehen. Jan schildert die Ereignisse am 11. Januar, wonach bis zu 250 vermummte und teils bewaffnete Neonazis Häuser und Ladengeschäfte im Stadtteil Connewitz angegriffen und erheblichen Sachschaden verursacht haben. Es handelte sich um den größten organisierten Neonazi-Angriff in Sachsen seit Jahren und die schwerste Attacke im Stadtteil Connewitz seit den frühen Neunzigern.

Mit "Selva viva - der lebendige Regenwald" gibt es erstmals einen untypischen Beitrag im Zine. Mia berichtet von ihren Erlebnissen des umfassenden Entwicklungsprojekts, welches neben Tier- und Waldschutz auch Ökotourismus und eine Urwaldschule beinhaltet.
Mit ACTIVE MINDS folgt das erste von 3 Interviews. Im Anschluss gibt es einen längeren Artikel über Sinti und Roma. Jan fokussiert sich neben der Kultur hauptsächlich auf die Geschichte ihrer Vertreibung und der Repressionen, beschreibt die Merkmale der Stigmatisierungen und den Antiziganismus bzw. die staatliche Verfolgung, bemerkt aber auch die Selbstorganisationen und Anerkennung der Roma und Sinti. Der Artikel gleicht in leicht abgewandelter Form dem Dossier des "bpb", der ähnlich strukturiert und aufgebaut ist.
 Kollege Nils berichtet von den Anekdoten einer Tour mit den Bands PERMATREND und WARNOAR durch Frankreich. Jan interviewt ONE STEP AHEAD, die sehr ausführlich antworten. Jan greift die Geschichte zum GSG-9-Einsatz in Bad Kleinen im Jahr 1993 auf und liefert dazu die Song-Hintergründe von WIZO und DRITTE WAHL. Bei diesem Einsatz wurde laut Zeugenberichten der RAF-Aktivist Wolfgang Harms durch Polizeibeamte exekutiert. SAPERE AUDE wird im Rahmen der ANARCHO PUNK RESISTANCE-Reihe vorgestellt, Wissenswertes gibt es zur Geschichte der Wirmer Flagge. Auf den Hogesa-Kundgebungen und auf den Pegida-Demonstrationen war in vielen Städten eine rote Flagge mit einem gelb umrandeten, schwarzen Kreuz zu sehen. Josef Wirmer entwarf 1944 aus den Reihen des Widerstandes ein neues Nationalsymbol. Kurioserweise adaptieren Neo-Nazis dieses Symbol als "kultige" Alternative zur Deutschlandflagge "für die Selbstbestimmung der Deutschen statt ausländischer Fremdherrschaft" (Zitat von Politically Incorrect").
Jan war mit Freundin Doreen in Paris und ist seitdem "Stück für Stück in die (Punk)Szene Frankreichs vorgedrungen" und verschafft sich einen Überblick ausgesuchter Bands von 1977 bis heute, die er präsentiert.
Des Weiteren gibt es noch ein Interview mit RINDERHERZ-Records und dem obligatorischen "Sachsen-Report".

Gesamteindruck:

Alles beim Alten. Jan geht ins Kino, Jan reist, Jan entdeckt politische Kulturgeschichte und präsentiert politische Artikel, die insgesamt sinnvolle Verknüpfungsmöglichkeiten für informelle und formale Wissens- und Lernprozesse ergeben. Jan ist es enorm wichtig, ein möglichst breites Spektrum an antifaschistischer, anarchistischer Theoriebildung und Praxisgestaltung zu vermitteln. Das bietet auch in diese Ausgabe die Chance für Lernprozesse zur individuellen Kompetenzentwicklung. Insofern ist das P.t.b.P. ein Beitrag zu der grundlagentheoretischer, aber auch anwendungsorientierter Forschungsfrage, in welchem Verhältnis Punk und Antifa steht und wie mit diesem Beitrag Kommunikations- und Kooperationsstrukturen geschaffen werden können.

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