Gerontenpunk #1

Gerontenpunk #1
Gerontenpunk #1

Gerontenpunk #1
40 DIN-A 5-Seiten
posicore@baerenhor.de
Chriz hat Bock auf einen neuen Fanzine-Namen und wandelt das ehemalige Fanzine mit dem vielleicht längsten Titel (Try to wake up with a smile on your face) um in "Gerontenpunk" und droht/kündigt für jedes weitere Erscheinen einen neuen Namen an.

Für das Interview mit "Loewe" wählt Chriz das LAyout von Louise Fatio&Roger Duvoisin aus dem Kinderbuch "Der glückliche Löwe", wobei es neben dem Namen nichts mit dem Kern der Aussagen gemein hat. Hier wären offensichtlich Bilder von einem ein Tour-Van und einem Fußball besser gewählt, geht es doch im Verlauf des Interviews um Loewes Scheitern mit der Vanvermietung und um Fußball spielen auf dem Dorf/Land.
Chriz hat Familie und andere Probleme bzw. andere Umstände, mit denen er sich auseinandersetzen muss, als er noch - alleine lebend - sein "identitäres Punk-Schutzschild" ausgefahren hat, um Konflikte/Probleme zu bewältigen. Nun, ein dickes Fell und ein "Fuck you!" ist geblieben, wenn es bspw. darum geht, in Begegnungen mit anderen Menschen in öffentlichen Räumen anti(autoritäre) Erziehungsfragen zu erklären. Vielleicht ist Chriz deswegen so viel auf Konzis gegangen, um ein Ventil zu öffnen. Warum er aber auf satte 6 Seiten berichtet, wie er welche Band in den zurückliegenden 2 Jahren fand, ist gähnen-langweilig und meiner Meinung nach komplett überflüssig. Konzertberichte in dieser Form haben in einem Fanzine keinen Nutzen und keinen qualitativen Stellenwert.
Bei Gastschreiber Gunter hagelt es Backenfutter auf berlinerisch, während Chriz beim Einkauf im Späti nachdenkt, was für ein Hund zu ihm passen würde (Mischung aus Hängebauchschwein und Rauhaardackel).
Mad.i berichtet aus seinen wilden Zeiten mit Kiff- und Saufphantasien, vermeidet schwäbische Dialoge und verfasst wirre Gedanken.
Mika Reckinnen ist mit seinen Pöbeleien im ICE verantwortlich, dass die FDP im  Niedergang ist. Schlussendlich gibt es reichlich kurze Fanzine-Reviews.

Gesamteindruck:

Chriz' Herangehensweise beim Fanzine machen hat sich geändert. Weg von politischen Inhalten und vom  Agitations-/Sendungsbedürfnis, hin zum Schnipseln, Basteln von u.a. Collagen. Das reicht aber nicht für ein Qualitätsmerkmal einer doch wenig gehaltvollen Ausgabe, die selten Biss hat oder offensiv geschrieben ist. Die Mischung aus Konzertrückblick und ein paar Kurzgeschichten ist ein gescheiterter Versuch, die Kreativaufgaben mit einfallsreichen Geistesblitzen zu erledigen. Chriz liefert zwar von jedem etwas: Prosa und Lyrik, Collagen, Erfahrungsberichte, nutzt aber wenig Möglichkeiten, die Wechselwirkung für die Entfaltung effektvoll darzustellen.

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