PUP - The Dream Is Over

PUP - The Dream Is Over
PUP - The Dream Is Over

PUP

The Dream Is Over LP
Side One Dummy Records / Cargo Records
Hahahaha. "If this tour doesn't kill you, I will!" Davon konnten die RAMONES sicherlich auch ein Lied singen und ein Leid klagen. Monatelang ununterbrochen im Tourvan on the road, eingepfercht auf engem Raum, einem Geruch ausgeliefert von Schweiß, Stinkesocken und der zunehmenden Abneigung gegenüber denjenigen, bei denen sich aufgrund ihrer Verhaltensweisen Ekel und Abscheu entwickeln und sanktioniert werden.

450 Shows in den letzten beiden Jahren macht müde, laugt aus, oder etwa nicht? PUP nutzen die Phase des Zusammenseins als kreative Ader, die Gedanken, den Frust, die Trauer, sprich die Gefühlswelt und alles, was mensch zusammen erlebt, einigermaßen in geordnete Bahnen zu lenken. Doch so wie PUP hier aufspielen, beschleicht mich das Gefühl, dass Sänger/Gitarrist Stefan Babcock, Schlagzeuger Zack Mykula, Bassist Nestor Chumak und Gitarrist Steve Sladkowski alles in die Waagschale legen, um die Gefühle freien Lauf zu lassen: Mit 'nem Kissen um sich schlagen, mit den Füßen trampeln, irgendwas kaputt schlagen, beim Nachbarn klingeln und ihn/sie anschreien. Hauptsache, es kracht gewaltig. "My life is over and I couldn't be happier", "Can't win", "Old wounds" sind Zeugnisse von temperamentvoller, dynamischer Selbstzerstörung, was befreiend wirkt und hilfreich, sich besser zu fühlen. Ein therapeutischer Homerun sozusagen. "Pine Pont" als krönender Abschluss trägt derweilen balladesk-schwülstige Blüten und hat einen offenen, rhetorischen Ausgang. "The dream is over" ist ein wunderschönes, formvollendetes Melodram. "I'm growing up and I'm giving in and it's starting to hurt." Ja, das Leben und Erwachsenwerden kann weh tun. Das hört mensch.

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