Tierbefreiung #91

Tierbefreiung #91
Tierbefreiung #91

Tierbefreiung #91
92 DIN-A-4-Seiten; €3,00.- 
die tierbefreier e.V., Postfach 150325, 44343 Dortmund
www.tierbefreiung.de
Seit der Ausgabe #76 gibt es im Magazin Titelthemen, die in den darauf folgenden Ausgaben immer komplexer strukturiert wurden. Das aktuelle Titelthema nimmt die Agrarlobby ins Visier und beleuchten Lobbyverbände, die strategisch Tierausbeutung erhalten und vorantreiben.

Die Verbände der Agrarwirtschaft stecken viel Aufwand in Lobbyarbeit und PR, weil es zunehmend Kritik und Protest gegen ihre Praktiken gibt. Die öffentliche Diskussion über Tierhaltung und nachhaltige Landwirtschaft ist in vollem Gange. In diesem Kontext liefert bspw. Agrarlobby.de kritische Artikel und Aufklärungen auf die öffentlichkeitswirksamen Initiativen der Tier(ausbeutungs)industrie. Friederike Schmitz entlarvt die Strategien der Tierwirtschaftslobby, die Kritik abwerten, beschönigen, umdeuten und Mythen (bio ist artgerecht) aufrechterhalten. Sandro Franz stellt die Interessenverbände der Agrarwirtschaft und Spitzenverbände der Tierindustrie, Ernährungsindustrie, ökologischen Landwirtschaft vor. Des Weiteren wird im Artikel "Exportstrategien und die Zusammenarbeit von Lobby und Politik" klar gemacht, dass der Staat und die Politik gegenüber den verschiedenen Positionen, die es zur Landwirtschaft und Tierhaltung gibt, nicht neutral ist und stattdessen die gegenwärtige Agrarwirtschaft massiv staatlich gefördert und unterstützt wird. Ein Grund liegt darin, dass die Lobbyverbände der Agrarwirtschaft gezielt auf Politiker*innen und staatliche Institutionen Einfluss nehmen. Das wird insbesondere auch in der Siegel- und Labelinszenierung deutlich, die mit dreisten Lügen und PR-Kampagnen Tierausbeutung nicht vermeidet, sondern eine gewinnbringende Imagepflege ist. So seien "Siegel und Kampagnen ein Gewinn für die "(Massen)Tierhalter_innen und die Tierausbeutungsindustrie" und dienen ausschließlich der Verbesserungen des Tierschutzstandards mit verlogenen, manipulativen Bildern von glücklichen Tieren, die es in der Ausbeutungspraxis nicht sind.
Am Beispiel vom Aktions-Bündnis "Grüne Woche demaskieren" wird deutlich gemacht, wie Aktionen gegen die Lobbyarbeit der Tierwirtschaft kreativ gestaltet werden(1).

Gesamteindruck:

Das Magazin und die Homepage werden neu strukturiert. Wer das Impressum der letzten Ausgaben studiert, stellt fest, dass es personelle Wechsel und Neubesetzungen gegeben hat. Das hat auch Auswirkungen auf den redaktionellen Inhalt, der nun weitaus aktionistischer und komplexer gestaltet  ist. Zudem sucht die Redaktion weitere UnterstützerInnen, die sich an den alten und neuen Ressorts beteiligen und beizutragen, gesellschaftliche Verhältnisse zu ändern, "in denen Menschen und andere Tiere zu Objekten reduziert, ausgebeutet und getötet werden". Es geht der Redaktion darum, das Magazin nicht nur als Informationsmedium auszurichten, sondern soll auch als Diskurs- und Vernetzungsforum dienen. Fördern und Fordern. Ein Medium aus der Bewegung für die Bewegung. Diese klaren Worte und Statements sind ein Beleg dafür, dass aktive Widerstandsformen in der Tierbefreiungsbewegung, dass neben Theorie vor allem aber Organisieren und Aktionen Tierausbeutung gestoppt werden kann.

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