Violators - The no future years

Violators - The no future years
Violators - The no future years

Violators

The no future years LP
Mad Butcher Classics
In ihrer kurzen Bandhistory bewegten sich die VIOLATORS zwischen Clockwork-Punk, Wave und Anarcho-Punk. Ihre ersten Veröffentlichungen "Die with Dignity" und "Government Stinks" offenbaren diesen extrem Spagat zwischen pumpenden Drums, scheppernden Gitarrenriffs und Shaun's Gröl-Organ einerseits und Helens fragil-hellem Gesang anderseits.

 Der Kontrast zwischen Rumpel-OI, VICE SQUAD-Punk und JOY DIVISION-Potenzial ("Gangland") hinterlässt den Eindruck, als wollten VIOLATORS Punx, Skins und Gothics ansprechen oder aber sie wollten sich nicht auf ein bestimmtes Genre reduzieren lassen. "Gangland" ist ein echter Knaller. Im Kellersound und dem sich wiederholenden Anti-Heroes-Refrain lässt sich das "Real antisocial"-Feeling am Besten entfalten. Mit der recht poppigen und soundtechnisch besser produzierten Single, "Summer of '81"/"Live Fast - Die Young" im Dezember 1982 konnten sich VIOLATORS nochmals steigern und ließen erahnen, dass sich Band einpegelt und ihren Weg gefunden hatte. "Summer of '81" ist textlich und musikalisch der beste Song der Band und zeigt, dass VIOLATORS mit Helen am Gesang die besseren Optionen zum Erreichen des nächsten Levels hatte. "We've got a right, you can't keep us quiet, We've got a riot, we've got a riot. This is our answer to your law!"
 "Live fast/die young" ist ein OI-Smasher, no doubt, rau und räudig, simpel und eingängig. Die beiden Songs waren auch zugleich die letzten Sessions im Original-Line-Up. Schade, denn in dieser Spielform, zwischen VICE SQUAD und Rumpel-Pogo-OI hätte es ruhig weitergehen können. Sängerin Helen und Gitarrist Coley verließen die Band und gründeten die kurzlebigen TABOO, spielten ein 3 Song-Demo ein und verfeinerten den Sound mit deutlich verbesserten und ausgeschmückten Gitarrenarbeiten und haben mit "Slow Down" gar ein richtig gutes Musikstück geschrieben, in dem Helen herzzerreißend singt und in einem Calypso-Wave-Punk-Klang bettet. Coley hat bei diesen Song die Gitarren gegen den BAss eingetauscht und die Gitarrenarbeit einem Studiomusiker überlassen, was der Qualität der Songs zugute kam. "Young blades" ist ein funky groovender Wave-Song, der endlich mal einen vernünftigen, tanzbaren Rhythmus entwickelt.
In dieser Zeit haben die drei übrig gebliebenen VIOLATORS, Shaun, Matchi (Bass) und Ajax (Drums) zusammen mit der neuen Sängerin Louise 'Lou' King und dem neuen Gitarristen Andrew Hill die dritte 7", "Life on the Red Line"/"Crassings of Sangara" veröffentlicht. Diese beiden Songs entfernten sich ebenfalls vom Rumpel-OI hin zum Indie-Wave-Sound und sind vielschichtiger arrangiert. Rückblickend sind für mich die TABOO-Songs und die spätere VIOLATORS-Phase die besseren Song, eben weil sie die jeweiligen Bands auf einer vielseitigeren Art präsentiert und er neue Sound auch aus heutiger Sicht zeitloser wirkt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Band ein massives Potential an Möglichkeiten aufgezeigt hat, aber ihre Chance verpasst und ungenutzt hat, weiter an sich zu arbeiten. Der Zeitpunkt der Trennung und der Weggang von Helen und Coley war sehr unglücklich, zeigte sich doch gerade in der letzten Zusammenarbeit, dass die MusikerInnen angefangen haben, ihre Instrumente zu beherrschen und verstanden haben, was sie musikalisch erreichen können, um einen kreativen Schritt voranzukommen, und dass sie drauf und dran waren, ihre Popularität zu steigern und die Punk-Community wie auch die Wave- und Gothic-Szene zu bereichern.

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