PLASTIC BOMB #97

PLASTIC BOMB #97
PLASTIC BOMB #97

PLASTIC BOMB #97
80 DIN-A-4-Seiten; € 3,50.- + CD
Plastic Bomb, Postfach 100205, 47002 Duisburg
www.plastic-bomb.de
FCKR haben nicht nur einen provokanten Namen, sondern haben PISSE sehr gerne und P.U.F.F. auch schon mal. Fat Mike (NOFX) macht momentan mit jedem rum, ist sehr redselig und gibt auch sehr private und persönliche Einblicke in die BDSM-Fetisch-Welt, reflektiert sein Drogenkonsum bzw -verzicht und versucht, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

 Ronja und Häktor krallen sich Mirco von ABSTÜRZENDE BRIEFTAUBEN und konfrontieren ihn mit sexistischen Inhalten, die aus den Liedern ihrer neuen Platte hervorgehen. Darüber amüsiert er sich und antwortet in ironischer/zynischer Art und Weise, vielleicht, weil er das alles locker und nicht so verbissen sieht wie Ronja und Häktor. Mirkos wohlwollender Sexismus ist freundlich verpackt, aber reduziert auf Geschlechterrollen-Klischees.
STUMBLING PINS sind von ANTI FLAG geprägt und Tim gibt zu, beim Schreiben der Songs zum aktuellen Album von AGAINST ME! inspiriert worden zu sein. FaulenzA erklärt den Begriff "Passing", "Cis" und erlebt als Trans-Frau Diskriminierung in einer offenen und subtilen Form in der feministischen Szene.
Bäppi interviewt Maren von (R)Ohrpost Fanzine, die das Interview nutzt, um die schlechtereren Reviews zur letzten (R)Ohrpost-Ausgabe zu rechtfertigen. In meinem Review zu (R)Ohrpost #12 habe ich festgestellt, dass Maren/Torben mehrere Artikel und Berichte aus dem Internet geklaut haben. Das ist mir aufgefallen, da sich diese vom Satzbau, Stil und Ausdruck doch sehr von den eigenen Berichten unterschieden haben.
Der eigentliche Kritikpunkt von mir war und ist aber, warum sie dann überhaupt ein Fanzine machen, welches  mit "Gedanken und Spaß an der Freud" betitelt ist, wenn diese zum größten Teil geklaut sind. Anstelle, dass Maren sich der Kritik stellt und sich damit auseinandersetzt, kehrt sie die Kritik um und behauptet, meine Kritik ziele darauf ab, ihre grammatikalischen Fehler zu bemängeln. Das entspricht nicht der Wahrheit. Maren erweckt in dem von Bäppi geführten Interview im aktuellen Plastic Bomb Mitleid, weil sie von meinen "Anschuldigungen" emotional betroffen ist und stilisiert sich zum Opfer. Leider zeigt Maren weder Einsicht noch ist sie in der Lage,  in einen selbstreflektierenden Prozess einzusteigen. Maren suggeriert, ich würde mich mit "Anschuldigungen, die unter die Gürtellinie gehen" auf die persönliche Ebene bewegen. Auch das stimmt nicht. Ich bin in meiner Kritik stets konstruktiv kritisch, analytisch und bewerte den Inhalt wie er ist.
Ich finde es bedenklich, dass sie sich mit der Kritik nicht auseinandersetzt, sondern einen Sündenbock braucht, um von anderen Außenstehenden eine Bestätigung und Mitgefühl zu bekommen.
Georg und Lauritz von POGENDROBLEM haben erst Punk gemacht und dann Punx kennen gelernt, sind fäkalorientiert und für Gregor ist die Band "Flucht aus dem Alltag". Für Tine (RESPECT MY FIST) geht es darum, marginalisierte Perspektiven wahrnehmbarer zu machen, und "die waren explizit politisch im Punk!" Dafür hat sie mit Punk/HC wenig am Hut, mag es aber "zu schreien, zu schrammeln, schräg und schnell verzerrt zu spielen".

Gesamteindruck:

Schade, die "Anders leben"-Rubrik fehlt. Diese hatte bislang zumindest in einer komprimierten Form ein Schwerpunkt-Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln aufgearbeitet und war ein Qualitätsmerkmal. Der aktuelle Inhalt demonstriert eine musikalische Vielfalt, die über den Punk/HC-Sektor hinausgeht, was ich gut und wichtig finde, da sich auch außerhalb des Labels Punk genügend Schnittmengen zu Gruppen und Personen finden lassen, die mit ihrer Haltung und Denkweise Ideale einer Gegenkultur besetzen.
Auch wenn es kaum Lese-Highlights gibt, ist es eben die bunte Mischung, die dazu führt, auch neue, unbekannte Bands zu entdecken, die Widersprüche und eine Aufbruchstimmung beschreiben.

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