RANOLA - s/t

RANOLA - s/t LP
RANOLA - s/t LP

RANOLA

s/t LP
Mad Butcher Records
RANOLA aus Mönchengladbach formierte sich zu zwei Dritteln aus den Überresten der 'Body Snatchers'. Micka, Jack und Andreas wuchsen in der selben Straße auf und waren seit ihrer Kindheit eng befreundet.  Zu den dreien stießen kurz darauf "Junge" von EA80 und Michael 'die Säge', die die gleiche Schule besuchten wie Jack und Andreas.

 Die einzige LP nahm die Band November '83 in den Joswigstudios in Düsseldorf innerhalb von zwei Tagen auf und erschien 1984 auf After Aids Records. Eines vorweg: RANOLA sind keine Band aus dem EA80-Dunstkreis, auch wenn Junge hier mitspielt.
Witzige Anekdote am Rande: RANOLA teilte sich zu dieser Zeit einen Proberaum mit EA80. Ranola-Schlagzeuger Andreas lieh sich für die Aufnahmen Nicos Drum Set, die Band bedankte sich in den Credits unter „Dank/Gruß“ mit den Worten „Nico für's Schlagzeug“. Bis heute wird das von vielen so missverstanden, dass Nico auf der Platte trommelt.
Witzige Anekdote 2: Bereits bevor sich die Band gründete, gab es die lose Clique der Ranolas rund um Jack, Micka und Andreas. Markenzeichen waren Lederjacke und ein Edding800. Bald war Mönchengladbach mit #RANOLA-Schriftzügen gepflastert. Der Hashtag als Teil des Logos hatte sich der Legende nach ergeben, als Ollo, einer der damaligen Ranolas, vor dem ‚Ratinger Hof’ in Düsseldorf das „G“ auf einer Plakatwerbung von ‚Granola'(eine Kekssorte) doppelt auskreuzte.
RANOLA war mit dem Song „Propellerschaden“ auf dem (sehr raren) Sampler „Väterchen Frost“ vertreten. 'Die Böse Hand' (Ulf und Co. von den Boxhamsters und Junge von EA 80), coverte den Song ‚Blumen‘.
Diese Platte sollte mensch sich also mit Demut nähern. Nicht nur, dass mensch hier ein außergewöhnliches Projekt zu hören bekommt, dass weit über das Normalmaß hinauskommt und etwas ganz Eigenes darstellt. Die lyrischen Texte wie "Der Kanzler auf dem Gurkenfeld (Träumerle)" oder "Die Roten kommen" erinnern an Erzählungen, Gedichte von Wolfgang Borchert oder Heinrich Böll, die stilistisch und thematisch stark vom Expressionismus geprägt sind. Musikalisch arrangieren RANOLA einen eigenwilligen Mix aus Post-Punk und Art-Punk, der mit ruhigen, besinnlichen und nachdenklichen Zwischenräumen gefüllt wird, die mit politischen Gedankenfetzen und humorvollen Einlagen ("Erste Englischstunde") glänzen und ein zeitloses Werk darstellt, das neben Drama und skurrilem Humor, neben moralisch motivierten und gefühlsbetonten Protest mit fester Stimme, theatralischem Ausdruck, Dringlichkeit und Verzweiflung intoniert. Und wenn Junge mal wie in "Er aß die Blumen, die sie ihm gab" den Gesang übernimmt, dann ist die Melancholie und Vergänglichkeit die kreative Triebfeder der Kunst, präsentiert eine Emotion, die EA80 mit RANOLA vermischt, um festzuhalten, das Vergehen zu begrenzen und das Verlorene zu erinnern. Leben, lachen, leiden - und zusammen Musik machen.

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