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Elefantenquälerei im Zoo Hannover

Mit Stockschlägen gefügig machen; Foto: peta D
Mit Stockschlägen gefügig machen; Foto: peta D

Nicht nur Zirkusse quälen Tiere, damit sie Kunststücke aufführen. Wie eine PETA-Recherche aus dem Zoo Hannover zeigt, zwingen Mitarbeiter auch da Elefanten mit brutalen Mitteln zu Tricks. Im Video ist zu sehen, wie schon Elefantenbabys mit dem Elefantenhaken geschlagen und gestoßen werden, damit sie sich später in den Shows setzen, drehen oder auf die Hinterbeine stellen. Das passiert auf einer Nebenanlage des Zoos, damit die Besucher nicht mitbekommen, wie aggressiv die Mitarbeiter mit den Tieren umgehen. Denn auch wenn Elefantenhaken unfassbarerweise legal sind: Dass sie Tierquälerei sind, kann jeder sehen. Elefanten sind nicht besonders dickhäutig. Auf ihrer dünnen Haut spüren sie sogar Insektenstiche. Schläge und Peitschenhiebe sowieso.

Zu den Schmerzen kommt die Angst. Die Elefanten sind den Menschen, die sie quälen, hilflos ausgeliefert. Die erwachsenen Elefanten können nur zusehen, wie ihre Kinder geschlagen werden. Dabei stresst sie das Leben im Zoo sowieso schon extrem. Während sie in Freiheit bis zu 80 Kilometer am Tag wandern, sind sie im Zoo auf engstem Raum eingesperrt. Viele Tiere entwickeln so psychische und körperliche Krankheiten. Im Zoo sterben Elefanten viel früher als in Freiheit.

Hintergrundinformationen

Während der Publikumsshows wird ahnungslosen Besuchern suggeriert, dass die Elefanten die Zirkustricks freiwillig vorführen. Doch Elefantenexperten betonen seit Jahren, dass Elefanten nur mit Gewalt zum Gehorsam gezwungen werden können. PETA hat der international renommierten Elefantenexpertin Carol Buckley mehrere Stunden des Recherche-Videomaterials aus dem Zoo Hannover zur Bewertung vorgelegt. Buckley kommt zu dem Ergebnis, dass die Elefanten mit roher Gewalt trainiert und ihnen wiederholt Schmerzen zugefügt werden. Dies kann bei den sensiblen Tieren auch lebenslange Traumata bewirken. Die Elefanten leben in einem ständigen Umfeld der Einschüchterung. Carol Buckley zufolge dient das Training keinem anderen Zweck, als den Elefanten Tricks wie im Zirkus beizubringen, um die Besucher zu unterhalten.

Mit Stock und Peitsche abgerichtet
Mit Stock und Peitsche abgerichtet

Elefanten haben im Zoo nichts zu suchen
Elefanten gehören nicht in den Zoo, sondern in die Wälder und Savannen Afrikas und Asiens. Dort wandern sie gemeinsam mit ihren Familien viele Kilometer am Tag. Die Bedingungen in Zoos sind derart unnatürlich, dass die empfindsamen Tiere dort durchschnittlich wesentlich früher sterben als in der Natur [1]. Viele der Rüsseltiere sind verhaltensgestört. Der brutale Einsatz des Elefantenhakens in deutschen Zoos ist kein Einzelfall. Weitere Beispiele finden Sie hier. Auswilderungen finden dagegen nicht statt – im Gegenteil: Zoos kaufen auch heute noch wildgefangene Elefanten und tragen so zu ihrem Verschwinden in freier Wildbahn bei. Artenschutz wird lediglich als Vorwand benutzt, um den Besuchern ein gutes Gewissen zu suggerieren. Anstatt Elefanten einzusperren und zu quälen, sollten Steuergelder nicht für Zoos, sondern für echte Artenschutzprojekte – für Tiere in Freiheit – ausgegeben werden.

[1] Clubb R., Moss C. et al (2008): Compromised Survivorship in Zoo Elephants., Science 12 December 2008: 1649.

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