THE LEATHER NUN - Vive la Fête! Vive la Révolution! (Live)

THE LEATHER NUN - Vive la Fête! Vive la Révolution! (Live)
THE LEATHER NUN - Vive la Fête! Vive la Révolution! (Live)

THE LEATHER NUN

Vive la Fête! Vive la Révolution! (Live)
Wild Kingdom/ Rough Trade
Während der sowjetischen Besetzung Estlands bis 1991 fanden zehn Liederfeste statt. Ende 1988 wurde das Tallinn Song Festival Ground (Lauluväljak) zu einem Politikum, das bereits ganz im Zeichen eines bröckelnden Systems stand.

Das 3-tägige erstmalig internationale Rock-Festival war im Wesentlichen ein politisches Symbol von Revolution. Im Zuge von Glasnsot und Perestroika begann die sogenannte Singenden Revolution auf dem Talliner Sängerfeld und entwickelte sich im Verlauf zu einer mächtigen Demonstration nach Unabhängigkeit und Selbständigkeit. Einerseits war die Präsenz des kalten Krieges spürbar. Andererseits demonstrierten hunderttausende Menschen ihre Forderung nach Freiheit, Unabhängigkeit. Während des Festivals zogen Panzer auf, die sowjetische Armee reagierte und zeigte sich nervös und gereizt. Headliner waren LEATHER NUN aus Schweden, P.I.L. und BIG COUNTRY.
Das Konzert wurde vom finnische Fernsehsender Yle aufgenommen und aufgezeichnet und hat eine enorme Sogwirkung. LEATHER NUN haben auf diesem Album eine unglaublich druckvolle, dunkle Soundwand und klingt heftig, schrammelig, dunkel, laut und eingängig. Post-Punk, Synth-Pop, Dark Wave, Industrial? Egal. Den Songs umhüllt eine magische, mystische Anziehungskraft.  Mit ihrem 1988 Album „International Heroes“ erlangte die Band größere Aufmerksamkeit und ihr Song „Jesus came driving along“ (von der 1986er-EP „Lust Games“) wurde als Soundtrack des Films „Dudes“ von Penelope Spheeris genutzt. Den gibt es hier natürlich auch zu hören und zeigt die Band auf ihrem Zenit, denn danach ging ihr Label pleite, die Band war intern zerstritten und löste sich 1995 auf. Dieses Live-Album vereint die besten LEATHER NUN-Songs in einer beeindruckenden Live-Qualität, wo ich förmlich den Bodennebel und den lauen Spätsommerabend riechen kann. Die Songs erklingen aus einem Guss besser aufgenommen, als alles was vorher und nachher kam. Und dass sie sich "No rule" bis zum Schluss aufgespart haben, muss die Leute im Pit wohl endgültig zum Ausrasten gebracht haben. Wer sich heute diese Songs anhört weiß, woher und vor allem warum Bands wie TURBONEGRO, HELLACOPTERS, BACKYARD BABIES und GLUECIFER ihre Inspirationsquelle haben.

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