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Support your sisters, not your cisters

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Support your sisters, not your cisters
- Über Diskriminierung von Trans*Weiblichkeiten
v. FaulenzA
Mit Illustrationen von Yori Gagarim
Taschenbuch 110x180mm
144 Seiten, 10 Euro [D]
ISBN 978-3-96042-010-1 | WG 973

edition assemblage
Zum Inhalt: FaulenzA beschreibt aus ihren persönlichen Erfahrungen die Diskriminierung gegen trans*Frauen und gibt Anregungen für mehr Sensibilität und Support. Sie erklärt Trans*misogynie als ein Zusammenwirken von Feminitätsfeindlichkeit, Transfeindlichkeit, Klassismus und Ableismus und richtet ihren Schwerpunkt darauf, wie sie dies auch in der feministischen und queeren Szene zu spüren bekommt. Trans*Frauen wird hier oft mit Skepsis, Ablehnung und Unbehagen begegnet.

Über die Autorin: FaulenzA spielt Trans*Pride-HipHop und Singer/Songwriter Musik. Sie ist eine trans*Frau und politische Aktivistin in queeren und linken Bewegungen. Unterstützt durch das Berliner Label „Springstoff“ bietet sie Konzerte an sowie Workshops zu den Themen „Selbstbehauptung/Selbstverteidigung“ und „Trans*misogynie“.

Gesamteindruck:

 FaulenzA ist es ein wichtiges Anliegen, ihre Erfahrungen zu teilen. Ihre zahlreichen Beispiele für Trans*misogynie beziehen sich auf die queer-feministische Szene, die sie kennengelernt hat und auf die weiße deutsche Szene.
 FaulenzA beschreibt zum Einen in sehr verständlichen Worten diskriminierende Begrifflichkeiten, gesellschaftliche und biologistische Rollenzuschreibungen, Kategorisierungen gegenüber Trans*Menschen im Allgemeinen und gegenüber Trans*Frauen im Speziellen. FaulenzA reflektiert eigene Erfahrungen und Erlebnisse oder nimmt deutlich Stellung zu Flyern, Aufrufen, ausgewählte Songtexte und macht in diesen offene und aus Unachtsamkeit heraus formulierte Repressionen deutlich, die zu Ausschlüssen/Stigmatisierungen/Sanktionen führen. Ob in den Medien, in der queer-feministischen Community, von Cis-Frauen, die Vorurteile, Äußerungen, Anfeindungen und auch Gewalt macht FaulenzA traurig, wütend. Insofern ist dieses Buch auch ein empathischer Support von Trans*misogynie betroffene Personen, aber auch ein Ratgeber, wie mensch mit Trans*Frauen umgehen sollte. Dafür muss mensch sich mit Trans*misogynie beschäftigen, eigenes Verhalten, eigene Denkmuster reflektieren und sich solidarisch zeigen, wenn es zu Ausschlüssen und Diskriminierungen gegenüber Trans*Menschen in Wort, Bild, Ton kommt. FaulenzA macht deutlich, dass Trans*frauen Frauen sind, keine Transen, dass Musikerinnen keine Nische besetzen, keinen exotischen Status haben sollte und trotzdem immer noch auf stigmatisiert werden. Ihre ausgewählten eigenen Songtexte aus dem aktuellen Album "Einhornrap" verdeutlichen die Diskriminierung noch einmal.  Der Wunsch nach sicheren und offenen (sozialen) Räumen ist wichtig, viel wichtiger aber ist der respektvolle, achtsame Umgang mit Trans*Frauen.
Akzeptanz von sexueller und  geschlechtlicher Vielfalt ist erlernbar. Der intersektionale Ansatz, Kritik an der herrschenden Heteronormativität und Ungleichheit in unserer Gesellschaft zu äußern und Diskriminierungen zu erkennen, setzt eine Reflexion hierüber voraus. Dafür bietet das Buch auch konkrete Handlungsstrategien, Trans*Menschen bei ihrem Coming Out zu unterstützen, eine respektvolle Atmosphäre zu schaffen und Selbstbewusstsein, geschlechtliche Selbstbestimmung und Identitäten zu stärken.

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Kommentare: 1
  • #1

    Dirk Hoffmann (Samstag, 08 Juli 2017 13:42)

    Bin echt Mal auf den Inhalt des Buches gespannt.
    Habe Faulenza über ihre Musik kennen gelernt, dürfte dann ein wirklich lehrreiches Interview im Extrem Liedermaching führen . Dem folgte eine lehreiche Zeit. Hoffe das die Aufklärungsarbeit hier ihre wertvollen Früchte trägt. Auf das ein unbefangenes untereinander möglich ist.