SILVERSTEIN - Dead Reflection

SILVERSTEIN - Dead Reflection
SILVERSTEIN - Dead Reflection

SILVERSTEIN

Dead Reflection LP/CD
Rise Records
Das mittlerweile 8. (!) Album ist geprägt von den Folgen eines Burn-outs und re-vitalisierenden Momenten. Was begleitet dich während der Arbeiten zu einem neuen Album, bei einer Tour und was bleibt danach?

Nicht selten sind selbst-zerstörerische Handlungen eine Begleiterscheinung und die Antwort auf Stress und Krisen. Eben noch Applaus und Anerkennung, dann folgen (Selbst)Zweifel und Enttäuschung. Burn-out, Depressionen folgen. Sänger Shane Told befand sich nach dem Ende der Album-Tour zu „I Am Alive In Everything I Touch“ (2015) auf einem Tiefpunkt: "I was not in a good  place a year ago. This record tells the story of how broken I was, how I found myself on a path of self-destruction, and how I had to fight to get my sanity and happiness back.“ So greift Shane in den Songs viele dieser Momente auf, reflektiert und kompensiert die Lebenskrise: "(...)And I changed the locks so I could get through the days and nights(...)"; "(...)Itʼs all true. Iʼm burning up(...)Face down on the cold ground, slipping away as the past comes back(..)"; "(...)Scarecrows and hotels, a savage thrill. They come to life as your guts start to spill. And as it cuts and bleeds, a statue forms in me. I stand here frozen. I wish I could forget it. It’s so hard I’ll never get it right(...)".
Selten habe ich solch ehrliche, persönliche Worte in Songs gefunden, die das Innere nach Außen kehren/widerspiegeln und als Autosuggestion wirken. Dabei war und ist es ein harter Weg, nach einer Krise Selbstverantwortung zu übernehmen, die Vitalität aus der inneren Ruhe wiederzuerlangen und die Wirksamkeit der positiven Gedanken und Gefühle zu aktivieren. Musik machen und schreiben hilft. Shane beschreibt das ganz treffdn in "Retrogade":  So I walked out of the valley, I let myself feel the sun on my bare back and melt the dirt off my skin. I let the breeze of the wind cleanse me. I let the elements in. It was my only fucking option. And again I was whole.
Musikalisch werden die Worte sensibel und melancholisch, kraftvoll und dynamisch untermalt. Reflexion ist ein Prinzip, das aus Schlüsselmomenten die eigene Befindlichkeit hervorhebt. Mit dieser Offenheit ist es Shane und der Band gelungen, den eigenen Erlebnis- und Erfahrungshorizont zu vertiefen.

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