EA80 - Definitiv Ja!

EA80 - Definitiv Ja!
EA80 - Definitiv Ja!

EA80

Definitiv Ja! LP/CD
Majorlabel/Broken Silence
Mit ihrem 13. Album servieren EA80 ein Stück Musikgeschichte, das bis ans Ende "meiner Tage" jene kathartische Wirkung erzeugt, wie sie auch dieses Mal unvergesslich zum Ausdruck gebracht wird.

Längere instrumentale Passagen, in denen die Gitarre malträtiert und geküsst wird, in denen sich atonale Musik und Harmonik ein spielerisches, spannungsreiches Duell liefern. Improvisation, Auflösung der Selbstbeherrschung und Kontrolle. In der Quadratur des Kreises spielt Melancholie eine zentrale Rolle, die von der Wirkung der Tonkunst eine Dramatik erzeugt, die in den meisten Fällen Frakturen lose zusammenfügt und auseinanderreißt. Lediglich Nicos Schlagzeugspiel scheint die Basis der ruhenden Kraft zu sein, die notwendig ist, um die musikalische Metaphorik auf eine Ebene zu halten. Und ja, EA80 machen Schauspielmusik, wehmütigen Schönklang, der bis an die Grenzen des Vorstellbaren geht, was das Ineinanderweben der Spielkünste angeht. Jeder Song hat eine charakteristische Note, und zum Glück gibt es auch wider verstärkt zugängliche Strukturen, einfache Konstruktionselemente wie in "Alte Schule England", ein opulent ausgeschmückter Kompositions-Typus, der stilgeschichtlich in der mittlerweile 38jährigen Bandgeschichte jene bedeutsame Wendung in Stellung bringt, die die HörerInnen vom Gebrauch der instrumentalen Offerte hin zum Sprachgebrauch in einen einladenden Akt manövriert, eine Überleitung, die zum Gipfel und zum Zielpunkt führt. Vielleicht hatte Darwin recht: Wir leiden, sogar schrecklich, aber wenigstens nicht vergebens. Und ich hoffe, es sind noch nicht alle Geschichten erzählt...und ich weiß ja wie es weitergeht: der letzte Akkord ist immer der Anfang vom nächsten!