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DIE SIFFER - Vierundzwanzig

DIE SIFFER - Vierundzwanzig
DIE SIFFER - Vierundzwanzig

DIE SIFFER

Vierundzwanzig CD
Riot77/Calygram
DIE SIFFER sitzen zwischen den Stühlen. Den PopperInnen zu hart, den PunkerInnen nicht hart genug. Das ist ja wie in den 80er Jahren.

Aber DIE SIFFER klären die Fronten und erwecken auch im rebellischen Iro-Träger die romantische Kuschelphase, während die PopperInnen wie der Schnellzug durch die Kinderstube hopsen und eine Kissenschlacht anzetteln. Wolfram, Christoph und Fabian brennen jede Aprés-Ski-Hütte ab, lösen Alarm aus, wenn die katholische Jugend heimlich im Kirchenschiff einen Joint raucht. Mit DÄ-Humor und Abstürzende Brieftauben-Manieren sind Songs wie eben "Alarm" schon ein geiles Tier, das animalische Triebe weckt. "Herz, Faust und Verstand" ist nicht nur eine Zeile in "Jennifer Hart", sondern könnte auch das Band-Credo sein. Warum war früher mehr Lametta? Früher Punk, heute Vater?! "Damals war doch alles echt!" Und heute? Zwischen Bausparvertrag und Jugendrente war es früher die Lindenstraße, auf das du am Sonntag gerade noch gewartet hast. Und heute ist TATORT das höchste der Gefühle. DIE SIFFER sorgen mit bissigen hinterfotzigen Pointen für den notwendigen Beißreflex, der verdammt noch mal nötig ist, um zwischen Klamauk und Kabarett den Ernst des Lebens ein wenig gehaltvoller zu sezieren. Und am Ende gibt es gar 7 Bonus-Leerstellen, die auch ohne Inhalt gefüllt zumindest den Titel rechtfertigen. Und wer bitte schön, will denn immer nur 17 sein????

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