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FINTE - Ignoranz und Illusion

FINTE - Ignoranz und Illusion
FINTE - Ignoranz und Illusion

FINTE

Ignoranz und Illusion EP
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In "Helios" klingt FINTE noch nach funky Indie Rock, der "mit Gemüt und Zeit gedeiht". Passagen, in denen die Riffs wie der Morgentau tröpfchenweise die harmonische Klangwüste erblühen lässt. Verspielt und eingängig.

Danach folgt mit "Mehr atmen" ein Helmet'scher Rhythmus, ein sperriges Konstrukt, das widerum sehr viel funky-filigrane Fingerspiele offenbart. Insbesondere die Wechsel von harten, borstigen Riffs zu weichen, sanften Tönen kontrastiert den Crossover-Stil, in dem unvorhersehbar Bridges und Barrieren fallen, sodass die Klanglandschaft wie ein Mosaik aus Lärmattacken und Jazz-beeinflusster Harmonik und Rhythmik zusammengesteckt wird. Das wirkt ideenreich und kreativ, zeugt von einem hohen spieltechnischen Niveau, ist aber auch anstrengend, da die ständigen Unterbrechungen von Rhythmik und Melodik auch eine Herausforderung an die ZuhörerInnen darstellt. So sind die einzelnen Passagen zwischen Pop und HC, Funk und Rock ein fragiles Konstrukt, ein experimentelles Format, das schwerlich zu ignorieren und zu verdauen ist. "Norwich" treibt die erwähnten Aspekte auf die Spitze und basiert beinahe auf ein Musical, das ein breites Spektrum stilistischer Einflüsse verarbeitet und durch die experimentelle Lautmalung Drama, Spannung und Verzerrung einfügt.

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