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OX #137

OX #137
OX #137

OX #137
164 DIN-A-4-Seiten; € 5,90.- + CD
OX-Fanzine, Postfach 110420, 42664 Solingen
www.ox-fanzine.de
Tom van Laaks Suchtverhalten/Essgewohnheiten rächt sich und hat weiterhin nicht nur Auswirkungen auf Geist und Körper, sondern auf der Beziehungsebene. Am Ende kommt die Einsicht und das erste Bier.

 Dave Vanian von THE DAMNED debattiert mit Joachim über Kreativität und Business, formuliert verklausulierte politische Statements und fühlt sich nicht befähigt, etwas kompetentes zum Brexit zu sagen. Bandkollege Captain Sensible attestiert Jon Savage (schrieb das Buch "Englands Dreaming") keine Authentizität, während der Captain davon berichtet, wie er ohne Schulabschluss Toiletten geputzt und Punk ihm den Arsch gerettet hatte.
KMPFSPRT haben mit der Zeit mehr Klicks und Likes erhalten und fühlen sich in der Verantwortung/Pflicht, darauf hinzuweisen, dass es im Kern darum geht, Mensch zu sein, menschlich zu bleiben, und dass es um Gerechtigkeit gehen solle.
Frank Turner kann nicht verstehen, warum Trump-WählerInnen auf Punk-Shows gehen und findet Punk bedeutet Selbstverwirklichung und herauszufinden, wer du bist, "ohne dich einer äußeren Autorität zu beugen".
Der 2. Teil von "Italian 80's HC Punk" bietet im Sinne des "network of friends"-Gedankens Reflexionen, Anekdoten und Gedanken legendärer Punkbands, die HC-Helge mit Unterstützung Marco Garripoli (F.O.A.D. Records) zusammengetragen hat, in dem er u.a. Antonio Cecchi (CCM), Gigo (IMPACT), Rudy Medea (INDIGESTI), Mauro Codeluppi (RAW POWER) Stichwörter vorgegeben hat. In der Bearbeitung und Übersetzung von Triebi Instabil erfahren die LeserInnen wie Punk in Italien seine Anfänge nahm und sich in den folgenden Jahren entwickelte, wie sich die Bands gründeten, welche Konzertorte bzw. Squats es in Italien gab und welchen Einfluss die italienischen Bands und ihre Musik/Attitüde auf die Punk-Community in Deutschland hatte. Im Zuge der Selbstorganisation entstanden Shows, Labels, Zines und Freundschaften, quer durch die europäische Punk-Community, in der - ideologisch beeinflusst vom englischen Polit-Punk der späten 70er und befeuert vom damals aktuellen amerikanischen Hardcore-Punk mit seiner kraftvollen Musik und positiven Einstellung - eine aktive Beteiligung und Mitgestaltung in den Fokus rückte.
Seiten später darf Deutscher W. unkommentiert seine kontroversen Thesen propagieren, will provozieren, nirgends dazugehören die Regeln selbst bestimmen.

Gesamteindruck:

Joachim hat das Gefühl, etwas zu verpassen, weil die sozialen Netzwerke, Nachrichtenportale eine Überdosis an Infos bieten und es für die UserInnen immer schwieriger, aber auch problematischer wird, diese Infos zu verarbeiten und das Wesentliche herauszufiltern, ohne sich dabei auf die eine andere Art "abgehängt" zu fühlen. Peter Lustig hatte dafür das richtige Rezept, nachdem die Sendung "Löwenzahn" vorbei war: "Ihr könnt jetzt langsam ausschalten. Oder eben abschalten!" Und nach einer kleinen Pause "Ihr seid ja immer noch da! Abschalten!" pädagogisch eben jene ermahnte, die Gefahr liefen, vor der Glotze hängen zu bleiben. Es gab und gibt eben noch mehr zu entdecken, da draußen...in der richtigen Welt. Und das OX liefert dafür zumindest in großen Teilen Anregungen und Appetizer in den Sparten Getränke, Musik, Filme, Art, Zines, Bücher, Comics und Rezepte mit einer Overdosis an Bandinfos und einigen wenigen größeren wichtigen Beiträgen, die herausstechen...und zwar immer dann, wenn den Bands und Personen mehr Platz eingeräumt wird, als eine exakt vorgegebene Anzahl an Wörter. Insofern sind viele Beiträge im Ox einem Kosten-Nutzen-Kalkül geschuldet, eine inhaltliche Quantität auf Informationsbasis mit größtmöglicher Anzahl von Kurzinfos und konventionelle Abfragepozedur, die im Vordergrund steht und viel zu selten Bedingungen und Möglichkeiten für Qualitätsmerkmale deutlich macht mit komplexen und vielfältigen (Lebens-)Entwürfen.

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