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Drohen, erpressen, vertragen

Es sind wieder mal Männer, die von sich reden machen und Verhaltensweisen an den Tag legen und manipulative Strategien produzieren, die bei Nichterfüllung von Forderungen Schuldgefühle erzeugen.

Diese emotionale Erpressungen lösen bei Mitmenschen einen enormen Verantwortungsdruck aus, der einer Fremdsteuerung nahekommt. Trump erpresst die EU, die NATO und eigentlich alle, die nicht auf seiner Linie mitfahren. Und in Zeiten der sogenannten "Flüchtlingskrise" droht, erpresst nahezu jedes europäisches Oberhaupt die EU. Eine Handlungsstrategie, bei der es nicht um Inhalte geht, sondern um Polemik, Machtspiele und öffentliche Manipulation, die Bedrohungsszenarien produzieren, um in einer möglichen Eskalationsspirale  "vertrauenswürdige (Gegen-)Maßnahmen" zu präsentieren. Die eigentliche Drohung verpufft zum Zwecke des politischen Ziels, die ursprüngliche Forderung durchzusetzen. Die Wahl der Opfer ist nicht willkürlich, sondern nicht selten darauf abgestimmt, wem mensch einem größtmöglichen "Schaden" zufügen kann, um aber auch von eigenen Fehlern und Schwächen abzulenken.,

Auge um Auge...; Foto:reuters
Auge um Auge...; Foto:reuters

Der wochenlange Machtkampf Streit über die Asylpolitik in der CDU/CSU, ausgelöst von Horst Seehofer (CSU), hat seine Wirkung nicht verfehlt. Seehofer will Flüchtlinge an der Grenze ohne jegliches Verfahren zurückweisen. Nach europäischem Recht ist das nicht zulässig. Seehofer ignoriert das. Mit seinem politischen Erpressungsversuch hat Horst Seehofer und die im Machtrausch besessene CSU die Kanzlerin herausgefordert und andernfalls mit einem politischen Alleingang gedroht, sollten Seehofers Forderungen (Masterplan) nicht erfüllt werden. Er kalkulierte mit einer selbstgerechten Haltung: "Ich lasse mich nicht von einer Kanzlerin entlassen, die nur wegen mir Kanzlerin ist". Jetzt scheint es so, als haben sich alle wieder lieb, haben sich alle wieder geeinigt und vertragen. Das "Paket zur Neuordnung der Asylpolitik" sei "eine gute Lösung", sagt sogar die SPD und freut sich darüber, dass Transitzentren nicht länger Transitzentren, sondern Transferzentren heißen. Drohen, erpressen, vertragen...
Wer droht, stellt manchmal ein Ultimatum, um den Druck zu erhöhen. Diese Nötigung lauert überall. Nicht nur auf der politischen Ebene. Am häufigsten bedient sich die eigene Familie der Erfolg versprechenden Verfahrensweise. Die am meisten anzutreffenden Konstellationen sind höchstwahrscheinlich Mutter und Tochter bzw. Mutter und Sohn sowie emotionale Erpressung in der Partnerschaft. Verliebt, verlobt, verheiratet. Und was in der Politik Transferzentren sind, ist in der Partnerschaft die Ehe, mit Bedingungen verknüpfte "Liebe", die Schuldgefühle und Opferrrollen produziert/festlegt. So oder so...was wäre eigentlich, wenn mensch diesen Drohungen und Erpressungen keinerlei Aufmerksamkeit schenken würde????

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